Konzentration im Autohandel beschleunigt sich
29. Sep 2005 13:28
 |  Finanzierungsangebot eines Autohändlers | | Foto: dpa |
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Mit der neuen Niederlassungsfreiheit für Autohändler wird der Druck auf die kleinen Anbieter steigen. Ausländische Autohäuser drängen auf den deutschen Markt.
Im Zuge der Niederlassungsfreiheit werden in den kommenden zehn Jahren 25 Prozent aller selbständigen Autohändler aus dem Markt ausscheiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und der Fachhochschule Gelsenkirchen, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Ein Ziel der Studie war es, die Folgen der zum 1.Oktober 2005 in Kraft tretenden Niederlassungsfreiheit für Autohändler abzuschätzen.
Neue Regeln - neue Konsequenzen
Die Niederlassungsfreiheit soll es Autohändlern ermöglichen, in allen 25 EU-Staaten neue Vertriebspunkte ohne Herstellergenehmigung zu eröffnen oder durch die Übernahme bestehender Betriebe das eigene Wachstum zu forcieren. 70 Prozent der Befragten gehen der Studie zufolge davon aus, dass sich dadurch ausländische Autohaus-Gruppen in Deutschland stark ausbreiten.Vor allem Unternehmen aus Österreich, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und England werden demnach zunehmend in Deutschland investieren. Jeder zweite Befragte rechne damit, dass der Anteil ausländischer Händler am Automobilvertrieb in Deutschland bis zum Jahr 2015 von heute unter zwei Prozent auf über fünf Prozent steigen wird.
Der Druck nimmt zu
Nach Ansicht von Peter Wiegand, Partner von KPMG, wird sich der in den letzten fünf Jahren begonnene Konzentrationsprozess im deutschen Automobilhandel durch die Niederlassungsfreiheit beschleunigen. Damit werde der Druck auf die kleinen Autohäuser wachsen, insbesondere in den städtischen Vertriebsgebieten.Der Drang deutscher Autohaus-Gruppen ins europäische Ausland ist laut Wiegand nicht so deutlich ausgeprägt. 60 Prozent der befragten Geschäftsführer gehen demnach davon aus, dass die neue Niederlassungsfreiheit «die Auslandsexpansion deutscher Händler nur weniger stark fördert», betonte Wiegand.
Wettbewerb wird härter
Dem Direktor des Center Automotive Research der Fachhochschule Gelsenkirchen, Ferdinand Dudenhöffer, zufolge, wird der deutsche Automobilmarkt mit einem jährlichen Marktvolumen von 3,3 Millionen bis 3,5 Millionen Neuwagen langfristig konstant bleiben. Da auch der Fahrzeugbestand nur unwesentlich wachsen werde, «wird der Kuchen für die Händler nicht größer, allerdings der Kampf um die einzelnen Kuchenstücke härter», sagte Dudenhöffer weiter. (nz)