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Opel-Fahrassistent hält nicht nur die Spur

26. Aug 2005 11:40

Der Fahrassistent misst die Entfernung zum Vordermann.
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Foto: Werk
Ein neuer Fahrassistent von Opel nimmt selbst Sekundenschlaf den Schrecken. Bremsen, wieder Anfahren, in der Kurve die Spur Halten: Das System sorgt für Sicherheit.

Thema: Fahrasssistenten
Der Begriff Fahrerassistenzsysteme ist so unhandlich wie irreal. Welcher Fahrer braucht am Steuer schon einen Assistenten? Fahren kann jeder allein und die Zeiten in denen vom Beifahrersitz noch Abbiegevorschläge kamen, sind seit den Navigationssystemen ebenfalls vorbei.

Ehemals war der Tempomat der einzige Fahrerassistent im Auto. Auf langen Strecken entlastete er Piloten von Luxuslimousinen bei dem schnöden Job, Tempo zu halten. Viele Tempomaten von heute arbeiten adaptiv, das heißt, sie halten Abstand zum Vordermann. Laser- oder Radarsensoren messen den Mindestabstand und bremsen das Fahrzeug gegebenenfalls ein.

Sekundenschlaf ohne Folgen

Ein Sekundenschlaf bedeutet keine Gefahr mehr.
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Foto: Werk
Opel hat sich in den vergangenen Jahren besonders tiefgehend mit dem Thema Fahrerassistenz beschäftigt. Die Systeme von morgen können nicht nur Abstand halten, sondern meistern ohne Probleme einen Stau und halten sicher die Spur. Unachtsamkeiten oder Sekundenschlaf bleiben so ohne Unfallfolgen.

GM-Testingenieur Niklas Wagner zeigt die in den Scheinwerfereinheiten verborgenen Laserstrahler, mit denen der Test-Vectra ausgestattet ist. «Auch im Innenraum ist der Opel Vectra nicht als Erprobungsfahrzeug zu erkennen», darauf sind die GM-Entwickler besonders stolz.

Der Opel Vectra GTS 3,2 V6 Automatik setzt sich unspektakulär in Bewegung. Motor gestartet, Fahrstufe eingelegt und Gas gegeben – alles so wie immer. Doch ein kurzer Druck auf den Knopf am Lenkrad macht aus dem Vectra ein Geisterauto. Das Fahrzeug davor erkennt er mit einem kleinen Leuchtsymbol in der Instrumenteneinheit. Der Fahrer hat längst die Hände vom Steuer genommen und selbst die Füße haben keinerlei Kontakt zu den Pedalen.

Bremsen bis zum Stillstand

Das Tachometer zeigt an, ob der Assistent arbeitet.
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Foto: Press-Inform
Als der vorausfahrende Wagen bremst, bremst der Vectra ebenfalls – bis zum Stillstand. Nach einem kurzen Stopp fährt der Vorausfahrende wieder an, ebenso der Vectra – ohne Zutun des Fahrers. Auch die nächste Kurve macht keinen Unterschied. Unbeirrt hält der Opel seine Bahn und folgt der geschwungenen Fahrbahn.

Keine Magie, sondern das gekonnte Zusammenspiel von Laser- und Optikeinheiten machen das möglich. Lidar-Sensoren (Light-Detection-and-Ranging) in den Haupt- und zwischen den Nebelscheinwerfern tasten Nah- und Fernbereich ab und halten Abstand. Im Fuß des Innenspiegels befindet sich eine kleine Videokamera, die die Fahrbahnmarkierungen in einem 45-Grad-Horizontalwinkel liest. So bleibt der Technik-Vetra jederzeit sicher in der Spur.

In Sekundenbruchteilen

Eine Computereinheit wertet alle Informationen in Sekundenbruchteilen aus und greift gezielt in Motorelektronik, Bremsen und Steuer ein. «Vereinfacht gesagt, kann das Auto sehen, mitdenken und auf verschiedene Situationen entsprechend reagieren», so Bruno Praunsmändel, Leiter Vorausentwicklung von GM.

Ein Opel-Ingenieur zeigt, wo das Lasergerät sitzt.
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Foto: Press-Inform
Auf der Landstraße folgt dann der Härtetest. Die Straßenmarkierung des Mittelstreifens ist kaum noch zu erkennen. Doch das Testfahrzeug hält ohne Probleme die Spur. Überflüssig zu sagen, dass kein Finger in der Nähe des Steuers ist. Einzig, als sich die Straße gabelt, muss der Fahrer eingreifen. «Das System ist lediglich zum Spur halten und nicht zum Abbiegen gedacht», so Wagner, «an den Serieneinsatz kann man in rund drei bis vier Jahren denken.»

Die Bedienung des Systems ist denkbar einfach. Aktiviert wird der Fahrassistent per Knopfdruck am Steuer. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug lässt sich über einen kleinen Drehregler am Blinkerhebel einstellen. Ein gewaltiger Schritt in Richtung aktive Sicherheit.

«Auch wenn unsere Technologie in der Lage ist, Kurvenradien zu erkennen, entsprechende Lenkbewegungen durchzuführen und den Abstand zu regeln», so Praunsmändel, «die Verantwortung liegt stets beim Fahrer.» Zum Glück! Ein bisschen Spaß machen soll das Autofahren ja auch in der Zukunft noch.



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