Opel-Fahrassistent hält nicht nur die Spur
Ehemals war der Tempomat der einzige Fahrerassistent im Auto. Auf langen Strecken entlastete er Piloten von Luxuslimousinen bei dem schnöden Job, Tempo zu halten. Viele Tempomaten von heute arbeiten adaptiv, das heißt, sie halten Abstand zum Vordermann. Laser- oder Radarsensoren messen den Mindestabstand und bremsen das Fahrzeug gegebenenfalls ein.
GM-Testingenieur Niklas Wagner zeigt die in den Scheinwerfereinheiten verborgenen Laserstrahler, mit denen der Test-Vectra ausgestattet ist. «Auch im Innenraum ist der Opel Vectra nicht als Erprobungsfahrzeug zu erkennen», darauf sind die GM-Entwickler besonders stolz.
Der Opel Vectra GTS 3,2 V6 Automatik setzt sich unspektakulär in Bewegung. Motor gestartet, Fahrstufe eingelegt und Gas gegeben – alles so wie immer. Doch ein kurzer Druck auf den Knopf am Lenkrad macht aus dem Vectra ein Geisterauto. Das Fahrzeug davor erkennt er mit einem kleinen Leuchtsymbol in der Instrumenteneinheit. Der Fahrer hat längst die Hände vom Steuer genommen und selbst die Füße haben keinerlei Kontakt zu den Pedalen.
Keine Magie, sondern das gekonnte Zusammenspiel von Laser- und Optikeinheiten machen das möglich. Lidar-Sensoren (Light-Detection-and-Ranging) in den Haupt- und zwischen den Nebelscheinwerfern tasten Nah- und Fernbereich ab und halten Abstand. Im Fuß des Innenspiegels befindet sich eine kleine Videokamera, die die Fahrbahnmarkierungen in einem 45-Grad-Horizontalwinkel liest. So bleibt der Technik-Vetra jederzeit sicher in der Spur.
Die Bedienung des Systems ist denkbar einfach. Aktiviert wird der Fahrassistent per Knopfdruck am Steuer. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug lässt sich über einen kleinen Drehregler am Blinkerhebel einstellen. Ein gewaltiger Schritt in Richtung aktive Sicherheit.
«Auch wenn unsere Technologie in der Lage ist, Kurvenradien zu erkennen, entsprechende Lenkbewegungen durchzuführen und den Abstand zu regeln», so Praunsmändel, «die Verantwortung liegt stets beim Fahrer.» Zum Glück! Ein bisschen Spaß machen soll das Autofahren ja auch in der Zukunft noch.
