Carsharing erlebt keinen Boom
09. Jul 2005 11:54, ergänzt 15:23
Trotz immens hoher Benzinpreise hat sich die Zahl der «Carsharer» nicht sprunghaft erhöht. Der Bundesverband rechnet aber mit einem langfristigen Prozess hin zur Fahrgemeinschaft.
Etwa 80 .00 Menschen in Deutschland teilen sich per Carsharing ein Auto anstatt die Kosten für ein eigenes zu schultern. Ein Ansturm auf das Carsharing ist jedoch trotz der enorm gestiegenen Benzinpreise bislang ausgeblieben. «Das hat eher langfristige Auswirkungen», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Carsharing, Martin Stutzbach. «Die Leute beschäftigen sich nun stärker mit den Kosten eines eigenen Autos.» Er schätzt das Potenzial in Deutschland auf etwa eine Million Nutzer.Die hohen Spritpreise werden jedoch auch viele Carsharing-Nutzer zu spüren bekommen. «Einige Unternehmen werden in den nächsten Monaten sicher ihre Preise erhöhen», sagte Stutzbach. In Nordrhein-Westfalen gibt es Carsharing bereits in mehr als 40 Städten. Das Unternehmen Shell Drive plant, sein Netz von Stationen in NRW weiter auszubauen. Die Firma ist in Nordrhein-Westfalen mit einem Umsatz von rund drei Millionen Euro (2004) in zehn Städten vertreten.
Carsharing gibt es in Deutschland nach Angaben des Verbandes seit Ende der 80er Jahre. «In der Regel zahlen die Kunden eine Aufnahmegebühr, einen Monatsbeitrag zwischen vier und zehn Euro sowie die Gebühr für die Nutzung des Autos», sagte Stutzbach.
In diesem Jahr soll die Zahl der Kunden in Deutschland - wie bereits 2004 - um rund zehn Prozent steigen. Die Städte ab 100.000 Einwohner seien bereits fast zu 100 Prozent erschlossen. Der Bundesverband vertritt rund 80 Carsharing-Anbieter in Deutschland. Dazu gehören Unternehmen wie Shell Drive, aber auch Stadtwerke und Verkehrsverbünde. (nz)