Immer mehr Müll auf deutschen Autobahnen06. Aug 2004 13:15 | | Müll auf der Autobahn. |
Deutschlands Autobahnen verkommen zusehends zu Müllhalden. Rund 8000 Tonnen Unrat fallen an den Fernstraßen an. Zudem gefährden etwa von Autos fallende Fahrräder die Verkehrssicherheit nachdrücklich.
Auf Deutschlands Autobahnen nimmt der Müll immer mehr zu. Verlorene Ladung, abgefallene Autoteile und illegal entsorgter Schrott verwandelten die Bundesautobahnen zunehmend in einen «riesigen Schrottplatz», beklagte der Autoclub Europa (ACE) am Freitag in Münster.Schätzungsweise rund 8000 Tonnen Müll und Verkehrsschrott sowie rund 40 000 Altreifen fallen pro Jahr auf den Fernstraßen an, wie eine ACE-Erhebung unter 60 der 185 Autobahnmeistereien ergab. Diese Menge entspricht dem Transportvolumen von 15 Güterzügen mit einer Gesamtlänge von über zehn Kilometern.
Verkehrssicherheit gefährdetDer Schrott gefährdet auch die Verkehrssicherheit: Allein 2003 wurden 19 Personen bei Unfällen mit schlecht gesicherter oder verlorener Ladung getötet - drei mehr als im Jahr zuvor. 1070 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Eine besondere Gefahr geht dem ACE zufolge von herabfallenden Fahrrädern als Folge unsachgemäßer Montage aus. Aber auch verloren gehende einzelne Fahrradteile wie Luftpumpen könnten bereits zu gefährlichen Geschossen werden und die Frontscheibe nachfolgender Wagen zertrümmern. Zu den häufigsten Fundstücken gehören den Angaben zufolge Autoteile wie Radkappen und Kotflügel bis hin zu Feuerlöschern, Bremskeilen, Anhängerkupplungen, Auspuffrohren und Autotüren. Hinzu kommen tonnenweise alte Autobatterien, die illegal auf den Autobahnen entsorgt werden.
Straßenzustand schlechtFür die herabfallenden Ladungs- und Autoteile macht der ACE neben Fahrlässigkeiten der Verkehrsteilnehmer beim Fixieren der Ladung auch schlecht gewartete Autos und den Straßenzustand verantwortlich: «Der Zustand vieler Autobahnabschnitte hat sich rapide verschlechtert. Manche Strecken vermitteln mit ihren Bodenwellen und Spurrillen den Eindruck von Off-Road-Pisten. Da wird man nur noch durchgeschüttelt», sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Das strapaziere vor allem ältere Kraftfahrzeuge. Mit Blick auf die Ferienzeit appellierten ACE und Autobahnmeistereien vor allem bei der Montage von Fahrrädern auf dem Autodach- oder Heckträger an die Sorgfaltspflicht der Autofahrer. Falle das Rad wegen Fahrlässigkeiten bei der Anbringung ab, könne die Haftpflichtversicherung unter Umständen eine Regulierung des Schadens verweigern, hieß es. Ohnehin sollte der Transport von Rädern auf dem Auto vor Fahrtantritt wirtschaftlich kalkuliert werden, rät der ACE: «Unterm Strich kann es günstiger sein, Fahrräder am Urlaubsort zu mieten, statt sie durch halb Europa als Spritfresser mitzunehmen», so ACE-Sprecher Hillgärtner. Drei Räder auf dem Dach erhöhten den Kraftstoffverbrauch bei Tempo 130 um 4,5 Liter pro 100 Kilometer. (nz)
|