Deutsche tanken viel weniger
13. Jun 2008 17:53
 |  Viele Verbraucher versuchen, möglichst selten zur Tankstelle zu fahren | | Foto: dpa |
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Die Autofahrer haben sehr empfindlich auf die hohen Preise an den Tankstellen reagiert. Knapp acht Prozent weniger Benzin wurde im Mai verkauft, auch Diesel wurde deutlich weniger nachgefragt.
Die Rekordpreise für Benzin und Diesel haben im Mai zu einem deutlichen Rückgang des Kraftstoffverbrauchs geführt. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres reduzierte sich der Absatz von Benzin um 7,7 Prozent und von Diesel um 3,4 Prozent, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) am Freitag in Hamburg mit. Das ist in diesem Jahr der bislang deutlichste Rückgang.
Für den gesamten Zeitraum der ersten fünf Monate liegt der deutsche Benzinmarkt mit 3,7 Prozent im Minus, der Dieselmarkt dagegen mit 4,7 Prozent im Plus. Die Zahl der Diesel-Pkw steigt und wegen der guten Konjunktur sind viele dieselgetriebene Lastwagen auf deutschen Straßen unterwegs. Normalbenzin, das seit dem vergangenen Jahr gleich viel kostet wie Super und deshalb keinen Preisvorteil mehr bietet, konnte nicht einmal die Hälfte der Absatzmengen des Vorjahres erreichen, aber immer noch mehr als eine Million Tonnen. Das entspricht einem Anteil von 12,3 Prozent an allen Otto-Kraftstoffen.
Heizöl-Verkauf zieht an
Tanken war im Mai in Deutschland so teuer wie noch nie: Ein Liter Superbenzin kostete laut ADAC im vergangenen Monat im bundesweiten Durchschnitt 1,483 Euro, Diesel 1,452 Euro. Am Freitag kostete ein Liter Superbenzin an deutschen Tankstellen nach Informationen aus der Mineralölbranche im bundesweiten Durchschnitt 1,53 Euro und blieb damit weiter auf Rekordniveau. Diesel lag mit 1,51 Euro je Liter leicht unter seinem Höchststand. Der Heizöl-Verkauf, der im vergangenen Jahr wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer weitgehend zum Erliegen gekommen war, zieht unterdessen wieder an. Viele Heizöl-Kunden hatten in der Hoffnung auf sinkende Preise mit dem Kauf gewartet und müssen nun zu hohen Preisen von mehr als 90 Euro je 100 Liter dringend nachkaufen, weil sie sonst auf dem Trockenen sitzen würden. In den ersten fünf Monaten legte der Heizöl-Verkauf um 26 Prozent auf knapp acht Millionen Tonnen zu. Wegen des stärkeren Heizöl-Geschäfts lag auch der Gesamtmarkt für Mineralölprodukte in den ersten fünf Monaten mit 5,5 Prozent im Plus und erreichte 30,5 Millionen Tonnen. (dpa/AP)