Die Neuheiten in der Oberklasse:
Luxus gegen die Krise
Überall gibt es derzeit - wenn überhaupt - nur gebremstes Wachstum. Und die Zulassungszahlen der Autohersteller rauschen in den Keller. Doch während viele Kunden vermehrt nach Kleinwagen verlangen, trumpft die Industrie mit neuen Modellen für die Oberklasse auf: Porsche Panamera, Jaguar XJ, Audi A8, Aston Martin Rapide und die Erweiterung des Angebots beim 7er BMW und der Mercedes S-Klasse wirken auf den ersten Blick vollkommen am Markt vorbei geplant. Doch das vorschnelle Urteil könnte trügen, mahnen Experten. Denn in vielen Regionen wachse die Nachfrage nach den Dickschiffen weiterhin - und ohne neue Luxusmodelle hätten es auch neue Technologien schwerer.
Viele Hersteller haben das offenbar bereits erkannt und gehen neue Wege: Nicht umsonst baut Porsche mit dem Panamera eine Mischung aus Sportwagen und Limousine und ergänzt das Konzept mit Öko-Zutaten wie einer Start-Stopp-Automatik: Das vorläufige Basismodell für 94.575 Euro bietet 294 kW/400 PS, erreicht 280 km/h und verbraucht im Normzyklus 10,8 Liter (CO2-Ausstoß: 256 g/km).
Die Hersteller der etablierten Luxuslimousinen bereiten sich schon auf die neuen Konkurrenten vor. So arbeitet Audi mit Hochdruck am Nachfolger des A8. «Unser neues Flaggschiff kommt im nächsten Jahr», bestätigt ein Firmensprecher in Ingolstadt. Vorgesehen sind dafür dem Vernehmen nach Motoren vom Sechs- bis Zwölfzylinder sowie eine gewichtsoptimierte Aluminium-Karosserie. Die sei so leicht, dass der A8 auch ohne Hybridantrieb zu einem der sparsamsten Autos in dieser Klasse werde, lassen die Ingolstädter bereits durchblicken.
BMW wiederum erweitert die 7er-Modellpalette im Herbst um einen 400 kW/544 PS starken Zwölfzylinder. Zum Jahreswechsel soll eine Hybridvariante folgen. Und Mercedes hat die S-Klasse überarbeitet. Wichtigste Neuheit zur Modellpflege sind nicht die neuen Scheinwerfer und Rückleuchten, die Blue-Efficiency-Version des Basisdiesels oder die neuen Sicherheits- und Komfortsysteme. Auch bei den Stuttgartern dreht sich alles um den Hybridantrieb: Er drückt den Verbrauch des 220 kW/299 PS starken Topmodells auf 7,9 Liter und macht die S-Klasse laut Mercedes mit einem Ausstoß von 186 g/km zum «CO2-Champion in der Luxusklasse.»
«Luxus-Autos bieten den letzen Stand der Technik, vor allem bei Sicherheit, Fahreigenschaften und Bordunterhaltung.» Solange die Wohlhabenden bereit seien, dafür tiefer in die Tasche zu greifen, würden Luxus-Fahrzeuge weiter gebaut und verkauft. (dpa/tmn)

