Columbia Elektroauto:
Sieg für den Strom-Opa
07.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Eigentlich ist das Auto und Technik-Museum Sinsheim für seine XXL-Exponate bekannt. Schon Kilometer vor dem Museum kann man von der Autobahn A6 aus die riesigen Flugzeuge sehen, die von den Dächern der Gebäude dramatisch in den Himmel ragen darunter eine originale Concorde der Air France. Doch zurzeit ist ein Fortbewegungsmittel Star des Museums, das nicht mal Golf-Ausmaße erreicht: Ein Elektroauto von 1904, mit einem 3 kW starken Motor, offenem Passagierabteil, plumpen Speichenrädern und kleinen Laternchen als Beleuchtung. «Der Wagen wurde von der Firma Columbia in den USA gebaut und war einst im Besitz der Millionärsfamilie Rockefeller», sagt Museumssprecher Markus Weinstock. Jahrelang war der Strom-Methusalem kaum mehr als ein nett anzuschauender Staubfänger, doch dann stach die Sinsheimer der Hafer. «Unsere Techniker haben einfach mal neue Batterien angeschlossen, und der Wagen lief sofort», erzählt Weinstock.
Zweieinhalb Stunden umkreisten die Fahrzeuge das Museum. Nach 54 Kilometern wurde gestoppt die Batterien des Columbia waren fast leer gefahren. Auf dem ganzen Museumsgelände hatten sich zahlreiche Elektroauto- und Hybridbesitzer mit ihren Fahrzeugen versammelt, und auch 2010 soll es in Sinsheim wieder ein Treffen «Alternative Antriebsformen» geben. Besitzer von Elektroautos können ihre Fahrzeuge kostenlos an einer neuen Solartankstelle aufladen.
Der Verbrauch des Messerschmitt Kabinenrollers mit seinem winzigen 200 Kubik-Zweitaktmotor lag bei fünf Litern (etwa sechs Euro), der Opel Super Six hatte 6,1 Liter (7,32 Euro) Benzin verbrannt. Der letzte Wert war wenig überraschend der 200 PS starke Zwölfzylinder-Motor des Maybach Zeppelin DS8 wollte auf der Wettfahrt-Distanz mit 17,5 Litern gefüttert werden und verursachte somit Spritkosten um 22 Euro.
Um noch ein bisschen mehr Strom zur Verfügung zu haben, wurden außerdem fünf Solarmodule auf dem Dach des Elektrowagens installiert. Schließlich hat der Wagen noch einen Stromgenerator, um im Bedarf während der Fahrt die Batterien wieder aufzuladen nach dem gleichen Prinzip arbeiten auch die Elektroautos Chevrolet Volt und Opel Ampera. Bei der Wettfahrt blieb der Generator des Columbia-Wagens allerdings ausgeschaltet, der Stromer musste allein mit der in der Batterie gespeicherten Energie auskommen.

