Petersen Automuseum Los Angeles:
Schatztruhe am Wilshire Boulevard
01.05.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Verleger Robert E. Petersen war seit frühester Kindheit Autonarr. Zeitungen und Zeitschriften waren seine Berufung und Grund für seinen Reichtum. Seine ganze Liebe gehörte seiner Frau Margie und einer der exklusivsten Autosammlungen der westlichen Welt. Leider kann sie niemand bestaunen. Als ob die Raritäten in dem vierstöckigen Petersen Automuseum nicht schon beeindruckend genug seien. Die Tiefgarage mit Sonderanfertigungen für Frank Sinatra, Filmautos, Rennwagen und einer unüberschaubaren Ferrari-Armada ist einzigartig auf der Welt.
Der im Jahre 2007 verstorbene Robert E. Petersen spendiert Museumsbesuchern in der offiziellen Ausstellung immer wieder einen Einblick in die wirklichen Highlights seiner privaten Sammlung. Die Ausstellungsstücke wechseln ständig und mehrere Bereiche des Museums widmen sich wechselnden Themenkomplexen wie Corvette, Airstreamer oder Hot Wheels.
Als die Neonröhren in der Tiefgarage endlich aufgeflackert sind, bekommt der Autofan den Mund kaum mehr zu. Direkt neben dem Eingang steht ein dunkelblauer Mercedes 600 der Baureihe W 100, für viele bis heute die schönste Staats- und Luxuslimousine der Welt. Nur ein paar Meter wird es dynamischer. Hier blasen sich vor dem staunenden Betrachter die dicken Backen des Renault 5 Turbo 2 auf auf der Rennstrecke eine fliegende Kanonenkugel mit dem Motor hinter den Frontsitzen. Im schwachen Lichtkegel ist ein echter Herbie-Käfer mit der legendären Startnummer 53 zu erkennen. Flankiert von einem dunklen Ford GT, einem knallig lackierten Ford Mustang neuesten Baujahres und einigen Ami-Schlitten aus dem Hause Cadillac-Limousinen. Robert E. Petersen scheint sich zudem für edle Mercedes-Modelle begeistern können. Rechts parkt ein perfekt gepflegter 450 SL aus dem Jahre 1973 und gleich dahinter ein 300er Flügeltürer aus dem Jahre 1957. «Den hat der Museumsgründer besonders geliebt», erzählt Messer.
«Wir haben natürlich nicht nur die normale Ausstellung, sondern auch Themenausstellungen und unzählige Abendveranstaltungen», so Direktor Richard G. Messer, «wir haben nie gezählt, vie viele Leute pro Tag kommen. 1.000 oder mehr können es schon einmal sein.» Eröffnet wurde das Museum am 11. Juni 1994. «Über die Jahre hat die Robert E. Petersen Foundation mehr als 30 Millionen Dollar in das Museum gesteckt», erklärt Marketing-Manager Chris Brown, «die jeweils ausgestellten 150 Fahrzeuge wechseln ebenso regelmäßig wie unsere Themen- und Herstellerinseln.»
«Doch es gibt nebenan noch mehr. Kommen sie mit», führt einen Museumsdirektor Richard G. Messer an einem New Yorker Polizeiwagen von 1962 und dem überdimensionalen Schlüsselbrett vorbei, an dem völlig ungeordnet die Eintrittskarten in jeden der Traumwagen hängen. Der Keller nebenan ist kaum heller erleuchtet und doch strahlt er im kräftigen rot. Die wirkliche Begeisterung von den Petersens können nur Ferraris gewesen sein. 355, 456, Daytona, Testarossa, 308 GTS oder ein 250 GT. Hier stehen sie scheinbar alle. Im Gegensatz zum ein oder anderen Filmauto oder den zahlreichen Rennwagen nebenan strahlen sie mit Richard G. Messer im Neuzustand um die Wetter.
Das Petersen Museum ist täglich außer montags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Leider nicht die Privatsammlung im Keller. Doch auch so ist das Museum am 6060 Wilshire Boulevard einen Abstecher wert. Nähere Informationen unter www.petersen.org.

