ADAC: Prüfverfahren beim Systemcheck von BMW-Motorrädern entscheidend
11.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Dass dieser Todesfall in einem ursächlichen Zusammenhang mit einer Funktionsstörung des Integral ABS steht, könne nicht gesagt werden. Wie der Oberstaatsanwalt hinzufügte, hätte man die Polizei beauftragt, die Unfallakten herauszusuchen, um diesen Fall genau prüfen zu können. Dabei will man der Frage nachgehen, «ob es sich um ein Versagen der Bremsen oder um einen Fahrfehler gehandelt habe. Von der Beantwortung dieser Fragen sind wir noch ein ganzes Stück entfernt, klar ist noch nichts.» Die Staatsanwaltschaft München führt aufgrund einer Strafanzeige gegen BMW ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs.
Aber nicht nur das: Nachdem BMW am Freitag angekündigt hatte, 260.000 Motorräder einem Systemcheck der Bremsanlage zu unterziehen, ist der ADAC an dem Testverfahren interessiert. «Zunächst einmal begrüßen wir, dass BMW seinen Kunden diesen Systemcheck anbietet. Doch wir wollen nun wissen, welches Prüfverfahren dazu verwendet wird. Ein solches Verfahren macht nur dann Sinn, wenn dadurch eine Differenzierung erfolgen kann. Das heißt. Welche Bauteile weisen Mängel auf und müssen ausgetauscht werden, damit das System zu 100 Prozent funktioniert», sagte Müller.
Wie Müller sagte, hätten 99,9 Prozent der Fahrer eines BMW-Motorrades mit Integral ABS keine Probleme, doch bei einer derart wichtigen Einheit wie den Bremsen darf es keine Ausfälle geben. Die Verunsicherung, die man nicht nur bei den ADAC-Mitgliedern feststelle, sei immens, fügte Müller hinzu. «Wenn dieser Systemcheck dazu beiträgt, die ursächlichen Bauteile, die zu den Funktionsstörungen führen, zu finden, dann ist dies ganz in unserem Sinne», so Müller.

