Zoomer: Neuer Lifestyle-Roller von Honda
22.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Der Honda Zoomer.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Honda bringt mit dem Zoomer einen neuen Roller auf den deutschen Markt. Die Japaner haben dabei nicht an Innovationen gespart.
Da steht er nun, der Zoomer. Geht es nach Honda, dann soll der Roller auch in Deutschland zu einem wahren Lifestylegefährt werden. Im Idealfall sogar zu einem Kultobjekt. Auf jeden Fall soll das neueste Produkt aus dem Hause Honda aber die Individualität seines Besitzers widerspiegeln.
Zoomer polarisiertSo, wie der Zoomer dasteht und einen mit seinen zwei Bullaugen anschaut, polarisiert er auf jeden Fall. Entweder man mag ihn auf Anhieb oder man wendet sich schnell von ihm ab. Auf jeden Fall ist das Erscheinungsbild des Zoomer extravagant. Doch das geht keineswegs zu Lasten der Funktionalität. So findet sich unter dem breiten und leicht abnehmbaren Sitz - der scheinbar über dem Stahlrohrrahmen zu schweben scheint - ein geräumiges Staufach, in dem sich leicht eine Sporttasche unterbringen lässt. Zusätzlich kann man auf einem kleinen Träger vor dem Lenker noch weitere Kleinigkeiten festzurren. Für kleinere Besorgungen reicht der Platz am Zoomer auf jeden Fall.
Einen Mitfahrer kann man auf dem Mini-Roller aber nicht mitnehmen: Der Zoomer ist für den Einpersonen-Betrieb konzipiert. Nimmt man auf dem Zoomer Platz und schaut auf die Bedienelemente, gibt es nur wenig zu verwechseln. Dafür ist er zu puristisch gestaltet. Zwischen dem Lenker findet sich der Tachometer mit Kilometerzähler, und Kontrolllampen für Benzin, Licht und Kühlmitteltemperatur. Das war es dann auch schon. Der Zündschlüssel befindet sich rechts unterhalb des Lenkers. Dreht man ihn, braucht man nur noch den Starterknopf zu drücken und schon läuft der 1-Zylinder-Viertaktmotor.
Leiser MotorDie 50 ccm-Maschine ist so leise, dass man ihn kaum vernimmt. Die Honda-Ingenieure haben in das Innerste des Zoomers Hightech pur gesteckt. Der Motor verfügt über eine Flüssigkeitskühlung und eine von Honda als PGM-FI bezeichnete computergesteuerte Kraftstoffeinspritzung. Laut Honda ist dieses System das «weltweit kompakteste und modernste, das je für diese Hubraumklasse entwickelt wurde». Natürlich verfügt der Zoomer auch über einen geregelten Katalysator, der alle Vorurteile gegen stinkende Roller widerlegt. Das in das Einspritzsystem integrierte HECS3-Katalysatorsystem mit Lambda-Sonde ist eng angelehnt an das des Sporttourers VFR.
Aber in dem Mini Roller steckt noch mehr an Innovation. So gibt es im Zoomer keinen separaten Anlasser mehr. Eine so genannte bürstenlose Lichtmaschine (ACG) übernimmt den Startvorgang des Viertakters. Und sollte er einmal ausfallen, kann der Roller mit seinen 4,1 PS auch durch einen Kickstarter in Gang gebracht werden. Der Tank des Zoomers fasst insgesamt fünf Liter. Auf 100 Kilometer soll der Roller rund 2,3 Liter verbrauchen. Der Tankinhalt ist also ausreichend für genügend Ausflüge in der Stadt, denn vor allem dafür ist der kleine Flitzer gedacht. Er soll im Stadtverkehr eine Alternative zum Auto bieten. Parkplatzprobleme gibt es mit dem Zoomer nicht mehr.
Das Handling des Rollers mit seinen kleinen, dicken Reifen ist beeindruckend einfach. Zwar fühlen sich auch Großgewachsene auf ihm wohl, doch allzu sehr sollte man den Lenker dann nicht einschlagen. Zu schnell berührt man die eigenen Knie. Läuft es dumm, verliert man so schnell das Gleichgewicht. Auch wenn man sich müht, mehr als 45 km/h sind mit dem Zoomer aber nicht möglich. Das liegt allerdings weniger an Honda, als an einer EU-Verordnung die 50 ccm-Fahrzeugen Geschwindigkeiten über 45 km/h untersagt. Zugleich kann der Zoomer so auch mit der Führerscheinklasse 3 gefahren werden.
Von dem 1990 Euro teurem Zoomer will Honda im kommenden Jahr 2000 Stück absetzen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Bereits in diesem Jahr konnte der weltgrößte Motorradhersteller von seinem Roller 1000 Stück absetzen.