Secma F16:
Leichte Taschen-Rakete
«Wenn jemand anders fährt, setze ich mich grundsätzlich nicht daneben», sagt Hardy Dupont. Doch zuerst will er selbst zeigen, was in seinem 2,75 Meter langen Spaßmobil steckt. Dupont hält sich am Überrollbügel fest, stellt beide Beine in den Fußraum und lässt sich dann in den Schalensitz plumpsen «so steigt man am besten ein», sagt der Secma-Importeur. Ein Dreh am Zündschlüssel erweckt den 1,6 Liter großen Vierzylinder hinter den Sitzen zum Leben. Der wassergekühlte 16V-Reihenmotor leistet 77 kW/105 PS bei 5750 Umdrehungen, entwickelt ein maximales Drehmoment von 148 Newtonmetern und stammt von Renault. Dupont schaut kurz nach rechts, tritt aufs Gas und jagt den Secma F16 vom Hof seiner Firma in St. Wendel. Nach wenigen Minuten ist eine kurvenreiche Landstraße erreicht, und Dupont gibt Gummi.
Das Geheimnis ist das Gewicht. Gerade einmal 560 Kilo bringt der F16 auf die Waage und hat sich im Gegensatz zu vielen mit Technik voll gestopften Sportwagen das Prädikat puristisch redlich verdient. «Natürlich können Sie viel später in die Eisen steigen, wenn Sie nur 560 Kilo bremsen müssen», sagt Dupont. Der F16 ist ein Sportgerät, in dem Fahranfänger freilich nichts verloren haben: «Hier gibt es kein ABS, kein ESP, keinen Bremskraftverstärker dieser Roadster hat nichts, was man nicht unbedingt zum Fahren braucht. Vor allem auf nasser Straße muss man schon aufpassen, da wird das Heck schnell leicht», sagt Hardy Dupont.
Schon auf den ersten Metern juckt es mächtig im Gasfuß. Runterschalten, Vollgas der Antritt des F16 ist enorm. Die Lenkung ist direkt, aber nicht nervös, dank Hinterradantrieb gibt es keine Antriebseinflüsse, und vor allem muss man keine Schläge von unten befürchten die Federung ist zwar straff, aber nicht knochig. Man kann den F16 ganz entspannt um die Kurven zirkeln, wenn man will. Aber wer will das schon in einem Fahrzeug, das in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 Sachen schießt? Schnelle Kurven muss man im F16 mit einem gewissen Respekt behandeln, doch sie machen reichlich Laune. 180 Km/h lautet die mühelos erreichbare Höchstgeschwindigkeit. Verzögert wird mit Scheibenbremsen rundum, und die packen auch kräftig zu dazu bedarf es ohne Bremskraftverstärker aber schon eines beherzten Trittes aufs Pedal.
Zugelassen werde der F16 als Fahrzeug der Klasse M1, sagt Dupont, der den F16 direkt aus der Fabrik im französischen Aniche nach Deutschland und auch in andere Länder importiert. «Bislang habe ich das Fahrzeug 62-mal verkauft, davon gingen sechs nach Deutschland. Die Lieferzeit beträgt ungefähr sechs Wochen», so Dupont. Der Hersteller gewähre zwei Jahre Werksgarantie.

