Renault Kangoo be bop Z.E.:
Die Spannung steigt
02.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Man kennt das Summen aus den Discountern, wenn auf den elektrischen Ameisen die Lebensmittelpaletten transportiert werden. Mit einem ähnlichen Geräusch setzt sich der Renault Kangoo be bop Z. E. (Zero Emission) in Bewegung. Der auf Lifestyle getrimmte Kastenwagen ist der erste erlebbare Beweis französischer Elektromobilität. In zwei Jahren sollen mit dem Kangoo Express und dem Megane mit Stufenheck die ersten beiden Elektrofahrzeuge in Serie gehen. «Hauptsächlich für Flottenkunden und Pendler werden das Nutzfahrzeug und der PKW gedacht sein», sagt Christine Tissot, Leiterin für Kooperationsgeschäfte bei Renault.
Bis zu einer abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h geht die leise Fahrt des Franzosen, der von einem 44 kW/60 PS-Elektromotor angetrieben wird. Dank einer Lithium-Ionen-Batterie, die in Unterflur-Bauweise keinen Platz im Kofferraum benötigt, mit einer Kapazität von 15 Kilowatt-Stunden schafft der Kangoo eine Reichweite von 100 Kilometern. Bis zum Serienstart soll die Technologie so weit vorangetrieben sein, dass 160 Kilometer geschafft werden, ehe die Batterie des reinen Elektrofahrzeugs aufgeladen werden muss. Dieses passiert an einer hauseigenen Steckdose über Nacht, an einer Schnellladestation innerhalb von 30 Minuten oder durch einen Austausch der Akkus, den Renault in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Better Place des ehemaligen SAP-Managers Shai Agassi anbieten wird und der innerhalb von drei Minuten über die Bühne gegangen ist.
Damals galten die «schweren und zum Teil unzuverlässig agierenden Batterien» als hinderlich. Die 60 Kilometer Reichweite reichten dagegen vollkommen aus.
Zugleich verweist Tissot darauf, dass die Unterhaltskosten gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor um ein Vielfaches niedriger liegen. «Nicht nur der Strom ist gegenüber Benzin oder Diesel günstiger, auch fallen Serviceaktionen wie Motorölwechsel weg.» So soll sich ein höherer Anfangspreis im Laufe der Jahre amortisieren. Exakte Zahlen möchte Tissot aber noch nicht nennen.
Und auch die französische Regierung forciert die Elektromobilität. So wurde jüngstens beschlossen, in den kommenden Jahren fünf Millionen öffentliche Ladestationen zu installieren, von denen sicherlich nicht nur die Fahrzeuge von Renault profitieren sollen. In Deutschland ist man von solchen Verhältnissen noch weit entfernt. Für 2011 wurde die Einführung des Elektroautos Opel Ampera angekündigt, über ein paar Feldversuche sind die Hersteller bisher nicht hinausgekommen, an eine Art von Infrastruktur ist aber überhaupt noch nicht zu denken. So wird man vorerst mit dem Summen der Ameisen im Supermarkt Vorlieb nehmen müssen.

