Opel-Übernahme:
Magna nimmt wichtige Hürde
Der kanadisch-österreichische Zulieferer sieht sich in den Verhandlungen auf einem guten Weg. Auch bei der Forderung Magnas, von GM das Exklusivrecht für das Russland-Geschäft mit der Marke Chevrolet zu übernehmen, gebe es Fortschritte, hieß es in den Kreisen. Ein Ergebnis sei aber noch nicht erzielt worden.
Noch am Mittwoch hatte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz das Thema «Rückkaufoption» als eine der schwierigsten Punkte in den Verhandlungen zwischen Magna und GM bezeichnet. Magna- Vorstandschef Siegfried Wolf hatte betont, sein Unternehmen werde dieser Forderung sicher nicht zustimmen.
Nach den bisherigen Plänen des Zulieferers bleibt GM mit 35 Prozent an Opel beteiligt, Magna strebt eine Beteiligung von 20 Prozent an, weitere 35 Prozent sind für den Partner Magnas, die russische Sberbank, vorgesehen. Allerdings wird die Sberbank nach Angaben des Opel-Betriebsrats seine Stimmrechte an Magna übertragen.
Auch der Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministeriums, Jochen Homann, betonte am Freitag auf einer Auto-Konferenz in München, dass noch immer mehrere Interessenten im Rennen seien: «Vorfestlegungen gleich welcher Art verändern die Verhandlungsposition zum Vorteil eines Bieters und zum Nachteil des Steuerzahlers.» Im Moment seien die Verhandlungen mit Magna am weitesten fortgeschritten und am aussichtsreichsten, aber man wisse nicht, wie sie sich weiter entwickelten.
Homann verwies darauf, dass die Verhandlungen vom bisherigen Mutterkonzern General Motors (GM) geführt würden. Die Politik habe im Anschluss die Aufgabe, das Ergebnis zu beurteilen. Das vorgelegte Konzept müsse staatliche Bürgschaften und Kredite rechtfertigen sowie mit den Beihilferegeln der EU zusammenpassen.
Magna und Partner wollen als Mehrheitseigner mit Hilfe von Opel- Technologie auf dem als aussichtsreich geltenden russischen Automobilmarkt expandieren. Experten in Moskau bezweifeln allerdings, dass der von russischer Seite einkalkulierte Technologietransfer zum Nutzen des hoch verschuldeten und abgewirtschafteten GAZ-Konzerns funktioniert. Nach Ansicht des AHK-Präsidenten ist ein natürlicher Strukturwandel im Automobilsektor unausweichlich: «Bei Überkapazitäten müssen eben die schwächsten Strukturen ausscheiden.» (dpa)
