Kritik an Bundeswirtschaftsminister:
Magna legt Konzept für Opel vor
28.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Magna will die Mehrheit an Opel
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat am Dienstag Vertreter von Magna in Berlin getroffen. Dabei stellte der Autozulieferer ein erstes Grobkonzept für Opel vor.
Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ein «erstes interessantes Grobkonzept» für einen Einstieg bei Opel vorgelegt. Jetzt gehe es darum, dieses Konzept mit Fakten und Zahlen zu unterlegen, sagte Guttenberg am Dienstag nach einem Treffen mit Vertretern von Magna in Berlin. Dies gelte auch für den italienischen Autobauer Fiat, der ebenfalls an Opel interessiert ist. Die Konzepte von Fiat und Magna seien jedoch so unterschiedlich, dass es nicht vorstellbar sei, dass sich beide Unternehmen gleichzeitig bei Opel engagierten, hieß es.
Kritik an GMGuttenberg kritisierte, dass immer noch keine belastbaren Zahlen vonseiten der Opel-Mutter GM und Opel auf dem Tisch lägen. Es sei natürlich ermüdend, wenn man Monate auf diese Fakten warten müsse. Ähnliche Erfahrungen machten jetzt auch mögliche Interessenten. Grundsätzlich spreche man mit allen ernsthaften Interessenten. Inzwischen hätten sich aber einige als Kandidaten herauskristallisiert.
Guttenberg kritisierte, dass einige schon während der laufenden Verhandlungen einen Kandidaten favorisierten. Diese Spekulationen schadeten der Position von Opel. Man solle Opel nicht zum Wahlkampfthema machen, sagte der Minister.
Magna will MehrheitNach Ansicht des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) zielt Magna auf die Mehrheit bei Opel ab. Direkt wolle sich Magna mit 19,1 Prozent an dem deutschen Autoproduzenten beteiligen, die Mehrheit ergebe sich dann über Tochtergesellschaften, sagte Beck am Dienstag in Mainz. «Es ist nur logisch, dass wer einsteigt auch das Sagen hat», sagte der Ministerpräsident.
Beck kritisierte Guttenberg scharf für dessen Informationspolitik im Fall Opel. Entgegen vorheriger Absprachen etwa würden die Bundesländer mit Opel-Standorten, zumindest aber Rheinland-Pfalz, nicht mit wichtigen Informationen aus Berlin versorgt. Seine Regierung sei nur deshalb detailliert auf dem Stand der Dinge, weil sie selbst von Betroffenen, etwa Magna-Europachef Siegfried Wolf, angesprochen worden sei. (dpa/AG)