Das Markenkarussell dreht sich:
Kommen und Gehen
«Doch der Abschied hat lange vor der Wirtschaftskrise begonnen», sagt Margetts: 2005 wurden Rover und MG nach China verkauft und in Europa nicht mehr gesehen. Fahrzeuge von Proton, Ssangyong oder Isuzu gibt es hier nur noch gebraucht, und auch die deutsche Autogeschichte kennt viele große Pleiten: Borgward oder zuletzt Wartburg und Trabant sind nur ein paar prominente Beispiele.
Während alte Marken verschwinden, tauchen neue auf. Sieht man von Mercedes-Schwester Smart ab, galt das vor allem für Sportwagenbauer. Denn mit Fahrzeugen wie dem YES!-Roadster oder dem Gumpert Apollo reichen schon kleine Stückzahlen für große Umsätze. «Zumindest in der Nische haben solche Autos deshalb eine Chance», sagt Dudenhöffer und blickt auch auf den neuen Artega GT, der jetzt von Dellbrück aus seinen Siegeszug antreten will. Von der Wirtschaftskrise merken die Westfalen nichts: «Die erste Jahresproduktion ist weitgehend verkauft», sagt Vertriebschef Benedikt Altrogge.
Dass solche Neugründungen nicht ohne Hürden sind, zeigt das Beispiel der Schweizer Firma Mindset mit ihrem Elektroauto aus der Feder des ehemaligen VW-Designchefs Murat Günak. Zwar gibt es nun einen fahrfähigen Prototypen des Viersitzers. Doch bevor die Serienproduktion beginnen kann, braucht Mindset Finanzpartner.
Als Reaktion auf aktuelle Trends rücken auch die sogenannten Billigmarken weiter ins Blickfeld. Die populärste Neueinführung ist die rumänische Renault-Tochter Dacia, die in Deutschland 2004 mit 24 Zulassungen angefangen hat und 2008 auf 24.000 Verkäufe kam. «Da kann man lernen, wie eine erfolgreiche Marke aufgebaut wird», sagt Prof. Dudenhöffer. Eine ähnliche Karriere könnte es für den indischen Großkonzern Tata geben, wenn dieser sein Billigauto Nano nach Europa bringt. «Dieses Auto hat die besten Chancen, sich ein Alleinstellungsmerkmal zu sichern», glaubt Dudenhöffer. (dpa/tmn)

