Renault Alpine:
Französischer Porsche
02.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Planungen begannen vor 40 Jahren: 1968 soll es erste Entwürfe für einen Nachfolger gegeben haben. Ein 2+2-Sitzer sollte es werden, der hinter den vorderen Sitzen zwei Notsitze bot. Als Antrieb sollten nicht mehr nur Aggregate auf Basis kleiner Renault-Vierzylinder zum Einsatz kommen, sondern auch ein Sechszylinder mit ordentlich Hubraum und Leistung. So ein Aggregat war damals bei Renault in Planung.
Wer das Auto erblickte, staunte: Schon das Design war Meilen entfernt von der Rundlichkeit der A110. Die spitze Frontpartie wurde von einem durchgängigen Scheinwerferband geprägt. Das Heck wirkte pummelig, was auch daran lag, dass die neue Alpine wie ihre Vorgänger weiter auf das Prinzip des Heckmotors setzte. Trotzdem fügten sich die unterschiedlichen Enden zu einem stimmigen Design. Obwohl das Auto spektakulär wirkte, hatte es ein Problem: Der Sechszylinder stand noch nicht zur Verfügung, und so mussten sich Käufer mit der Vierzylinder-Ware von Renault begnügen. Es gab 1,6 Liter Hubraum, dazu ebenfalls nicht berauschende 115 PS.
Dass die Alpine A310 mit ihren nur 900 Kilogramm ein echtes Leichtgewicht war, sorgte zwar auch mit dem kleinen Motor für halbwegs sportliche Fahrwerte. Ein zusätzliches Problem lag jedoch darin, dass man bei Alpine eine etwas eigenwillige Preispolitik pflegte: Mit einem Einstiegspreis von seinerzeit knapp 32.000 Mark bewegte man sich in Sphären, die kaum zur Leistung passten - einen Porsche gab es für ein paar Tausender weniger. Kein Wunder also, dass sich die Zahl der Interessenten in überschaubaren Grenzen hielt.
In der A310 passte sein raues Wesen zum sportlichen Grundcharakter, und die zur Verfügung stehenden 150 PS hatten mit dem geringen Gewicht des Autos ein leichtes Spiel. In weniger als acht Sekunden katapultierte er die Alpine aus dem Stand auf Tempo 100, und erst bei 220 Stundenkilometern ging ihm die Puste aus.
Die Kundschaft war beeindruckt, die Zurückhaltung wich ordentlicher Kauflust. Optisch unterschied sich die Sechszylinder-Version an der Front von den nun eingestellten Vierzylinder-Ausführungen: Statt des Leuchtenbandes gab es zwei Doppelscheinwerfer, wodurch die Front noch aggressiver wirkte. Als die Produktion 1984 endete, konnte man nach den spärlichen etwa 2300 Vierzylindern auf fast 9300 A310 mit Sechszylinder zurückblicken. (dpa/tmn)

