Gestiegene Mobilitätskosten:
Mit Umsicht auf Preisschock reagieren
15.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das hört sich schlimm an, sagt aber kaum etwas über die eigenen Kosten aus. Der Verkehrssoziologe Alfred Fuhr vom Automobilclub von Deutschland (AvD)empfiehlt daher ein Vorgehen, wie es Millionen Menschen regelmäßig im Fernsehen anschauen: In der Serie «Raus aus den Schulden» rechnet Schuldnerberater Peter Zwegat seinen Klienten vor, welche Kosten sie haben - und wie sich diese senken lassen. «Jeder sollte auch im Hinblick auf das Auto schauen, welche Kosten es wirklich gibt und wo sich sparen lässt.»
Dabei geht es um Versicherungen und Steuern ebenso wie um die Spritkosten. Am Ende dürfte sich laut ADAC-Sprecher Maximilian Maurer eines herausstellen: «Bei den steigenden Kosten reden wir derzeit nicht von Bereichen um mehrere tausend Euro im Jahr, sondern über niedrige dreistellige Beträge.»
Auch hier empfiehlt sich eine genaue Auswertung des eigenen Verhaltens - vor allem wenn es um das Erkennen vermeidbarer Autofahrten geht. «Die Hälfte aller gefahrenen Strecken sind kürzer als fünf Kilometer, 5 Prozent der Fahrstrecken sind sogar kürzer als ein Kilometer», sagt Anna Fehmel, Sprecherin des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Berlin. Solche Strecken lassen sich ohne großen Aufwand auch als Fußgänger oder mit dem Fahrrad bewältigen.
Abgesehen davon sollten die aktuellen Themen für Autobesitzer kein Anlass sein, jetzt sofort das alte Auto abzustoßen. Zum Beispiel bei einem «Spritsäufer» in der Garage: «Es macht keinen Sinn, jetzt zu versuchen, so ein Auto hektisch loszuwerden und dabei Verluste in Kauf zu nehmen», sagt Maurer. Wenn der Verkauf einen Verlust von 500 Euro mit sich brächte, sollte überlegt werden, wie viele Preiserhöhungen an den Tankstellen sich mit der Summe «auffangen» ließen.
Auch bei anderen vermeintlich richtigen Vorhaben ist Nachdenken ratsam: Laut Maximilian Maurer wird heute gern gesagt, dass sich zum Beispiel eine 2500 Euro teure Gasumrüstung für das Auto in 1,5 Jahren rechnet. «Aber wer weiß heute schon, was in 1,5 Jahren gilt.» (dpa/tmn)

