Elektrofahrzeug von VW:
«Meilenstein für Klimaschutz»
26.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Begriff Zukunft ist sehr dehnbar. So sprach Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), den die Fehler der Vergangenheit der Autoindustrie noch in der Gegenwart beschäftigen, ausgesprochen erfreut von dem Projekt, das am Donnerstag in Berlin Premiere feierte. Gemeinsam mit dem Wolfsburger Autobauer Volkswagen und sechs weiteren Partnern aus Forschung und Technik soll der Elektroantrieb forciert werden. «Wir produzieren nicht für die Zukunft von übermorgen, sondern die Zukunft beginnt heute und fängt morgen an», sagte der SPD-Politiker auch mit Blick auf das Klimapaket der Bundesregierung, das allerdings erst ab 2020 greift.
Als Prototyp stellten Winterkorn und Gabriel, dessen Ministerium ein Drittel der Prjojektkosten von 45 Millionen Euro beisteuert, den Golf «TwinDrive» vor. Dieser kann rund 50 Kilometer rein elektrisch mit regenerativ erzeugtem Strom via Wind-, Wasser- und Sonnenkraft zurücklegen, ehe ein Diesel- oder Benzinmotor den Elektromotor ergänzt. Auf 100 Kilometer werden so lediglich 2,5 Liter Kraftstoff verbraucht. Klaus-Dieter Maubach, Vorstandsvorsitzender der teilnehmenden Energieversrogers E.ON, sprach zudem davon, dass sich durch diesen Antrieb die Fahrtkosten halbieren würden.
Für VW ist der Flottenversuch ein weiterer Schritt hin zum reinen elektrischen Fahren. «Die automobile Zukunft gehört den Elektro-Fahrzeugen», so der Automanager. Das neue Projekt hindert dabei nicht die Entwicklung des «Up!». «Der Kleinwagen ist lediglich für den Stadtverkehr bestimmt, mit dem Golf TwinDrive ist man in Stadt und Land elektrisch unterwegs.»
Ausgehend von der Planung, im Jahr 2020 eine Million und zehn Jahre später zehn Millionen elektrische Fahrzeuge auf deutschen Straßen zu haben, sieht Maubach keine Schwierigkeiten bei der Infrastruktur. «Selbst bei zehn Millionen Fahrzeugen müssten wir nicht extra investieren.» Zugleich aber kündigte der E.ON-Chef den Ausbau der Windkrafttechnologie an. Denn gerade bei dieser Technologie würde überschüssige Energie erzeugt werden, die dann zum Aufladen der Energie-Fahrzeuge genutzt werden könne.

