|
Aprilia SMV 750 Dorsoduro:
Spielzeug für Machos
20. Juni 2008, 07:18
 | Eines ist klar: Die Aprilia SMV 750 Dorsoduro wird die Supermoto-Konkurrenz ins Schwitzen bringen. Denn neben der Optik stimmt nicht nur das Leistungsvermögen, sondern auch der Preis. |
In Schräglage mit der Aprilia Dorsoduro 750
|
| Foto: Aprilia |
Von Norbert Meiszies
«Das ist kein Bike für Anfänger», verkündet Francesco Polimeni mit ernster Stimme. Na gut, das flößt mir noch nicht den Respekt ein, den der Aprilia-Marketing-Mann vielleicht bei der versammelten Journalisten-Gilde hervorrufen will. Also schiebt Francesco nach: «Das ist kein Bike für die Fahrt zum Date mit der Freundin.»
Schade, denke ich mir, denn Frauen stehen eigentlich auf heiße Motorräder - und deren Besitzer. Aber geschenkt, ich bin ohnehin verheiratet. Dann kommt der Italiener zum Punkt: «Das ist ein Bike für richtige Männer, allein für den persönlichen Spaß, ein Motorrad zum Austoben.» Gut, Italienern wird ein Hang zum Machotum vorgehalten, aber ich werde trotzdem hellhörig. Ich bin gespannt, was der Supermoto-Feger SMV 750 Dorsoduro wirklich kann.
Schwarze Linien auf dem Asphalt
Die lieben Kollegen aus England, die mir auf unserer ersten Testfahrt entgegenkommen, scheinen Franceso Polimeni beim Wort zu nehmen. Entweder sie bewegen sich nur auf dem Hinterrad fahrend vorwärts oder greifen derart in die Eisen, dass auf dem Asphalt schwarze Linien gezogen werden, die zur Markierung eines Basketballfeldes ausreichen würden. Die scheinen alle keine Freundin zu brauchen.
 |
Das Cockpit der Aprilia Dorsoduro 750
|
| Foto: Aprilia |
Dabei ist die Dorsoduro deutlich mehr als nur ein Motorrad für Möchtegern-Stuntfahrer, die nur auf Leistung, giftige Bremsen und lange Federwege stehen. Denn die Aprilia erfreut auch das Auge. Geradezu filigran wirkt die 750er von hinten mit dem geteilten Endtopf aus Edelstahl, der quasi das Heck bildet. Die Schlitze in den Aluabdeckungen des Auspuffs sehen aus wie die Kiemen eines Haifisches - sehr aggressiv also. Auch die Einarmschwinge am Hinterrad ist ein Hingucker, genauso wie die Scheinwerfereinheit mit dem schmalen, senkrecht aufgestellten Abblendlicht. Nicht nur nützlich, sondern auch noch stilistisch gelungen sind die Handprotektoren, die den Eindruck erwecken, als hätte man dem 905 Millimeter breiten Lenker Flügel verliehen.
|