Gestiegener Kraftstoffpreis: 

netzeitung.deDieselfahrzeuge verlieren an Wert

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Diesel ist so teuer wie Benzin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Diesel ist so teuer wie Benzin
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Preisanstieg für Dieselkraftstoff hat auch Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt. Nach Ansicht von Experten werden Dieselfahrzeuge an Wert verlieren.

Die Rekordpreise beim Dieselkraftstoff werden sich auf die Preise von gebrauchten Dieselfahrzeugen auswirken. «Ich denke, Autokäufer werden im B- und C-Segment bald Schnäppchen machen können», sagte Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg am Donnerstag.

Wegen der zunehmenden finanziellen Nachteile gegenüber vergleichbaren Benzinern würden Dieselmodelle deutlich an Wert verlieren. Anders als bei den Kleinwagen rechnet der Branchenexperte bei gebrauchten dieselgetriebenen Oberklassefahrzeugen oder Sports Utility Vehicles (SUVs) jedoch noch nicht mit nennenswerten Preisveränderungen.

Angleichung mit Benzinpreis
Am Mittwoch kostete der Liter Diesel in Deutschland erstmals genauso viel wie der Liter Benzin. Nach einer erneuten Preisrunde betrug der Literpreis für beide Sorten nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands in Hamburg an den Tankstellen in Deutschland im Schnitt 1,52 Euro. Neben Ölexperten geht auch Margetts davon aus, dass Diesel in Deutschland auf lange Sicht teurer sein wird als Benzin: «Das wird der Dauerzustand sein.»

Beim Autokauf sei es für Verbraucher daher heute viel wichtiger als früher, eine Kalkulation anzustellen, ob sich ein Diesel für sie noch lohnt. Der günstigere Anschaffungspreis eines gebrauchten Selbstzünders allein sollte nicht den Ausschlag geben. Auch die jährliche Fahrleistung sowie die Kosten für Kfz-Steuer und Versicherung sollten berücksichtigt werden. «Früher musste man die Rechnung gar nicht machen», sagte Margetts.

Da sei der Diesel automatisch die günstigere Wahl gewesen. Das sei vorbei: Nur wenn ein vergleichbarer Benziner ausschließlich Super Plus verträgt oder der Wagen extrem viel gefahren wird, gehe unter den gegenwärtigen Umständen die Rechnung für den Diesel vielleicht noch auf. Darüber hinaus sollte ein Diesel sparsam und mit Rußfilter ausgestattet sein.

Warnung vor Panikkäufen
Trotz des stärkeren Wertverlustes gebrauchter Diesel warnt der Marktexperte Dieselhalter vor Panikverkäufen. «Die Preise werden nicht von heute auf morgen in den Keller sacken», sagte Margetts. Es sei noch genügend Zeit, in Ruhe Alternativen zum gegenwärtigen Fahrzeug durchzurechnen. «Ich würde nicht empfehlen, eine Kaufentscheidung vorzuziehen, nur um den alten Diesel loszuwerden.»

Am Donnerstag verteuerte sich Diesel an etlichen Tankstellen unteredessen weiter und zog am Benzinpreis vorbei. So verlangten Shell-Tankstellen in Hamburg bis zu 1,54 Euro für einen Liter. Im Aral-Netz war dagegen bis zum Nachmittag ein leichtes Abbröckeln der Preise zu beobachten. Auch je nach Region war die Entwicklung unterschiedlich; in einigen Gegenden stiegen die Preise, in anderen waren sie rückläufig. Wegen des Feiertags Fronleichnam waren am Donnerstag keine bundesweiten Durchschnittspreise erhältlich.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat unterdessen in einem Interview mit MDR Info gesagt, dass Dieselkraftstoff in den nächsten Jahren eher teurer sein wird als Benzinkraftstoff. Als Grund führte er die Anzahl der hohen Dieselfahrzeuge auf dem Markt an. (AG/dpa)