Wegen ihrer Unterstützung der Unabhängigkeitsbestrebungen des Kosovos will Serbien bei der Präsidentenwahl keine Wahlbeobachter aus den USA und Großbritannien zulassen. Vertreter beider Länder seien bei der Abstimmung am 20. Januar nicht willkommen, teilte die Wahlkommission mit. Zugelassen seien 23 Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und drei aus Russland. Die USA und Großbritannien «wollen uns zerstören und Serbien das Kosovo entreißen», sagte Slavoljub Milenkovic von der Wahlkommission. Die USA und die meisten EU-Staaten unterstützen eine Unabhängigkeit der serbischen Provinz, die seit dem Krieg der Nato gegen Belgrad im Jahr 1999 unter internationaler Verwaltung steht. Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovos sind im vorigen Jahr gescheitert.
Bei der Präsidentenwahl in Serbien tritt der prowestliche Amtsinhaber Boris Tadic unter anderem gegen den prorussischen Ultranationalisten Tomislav Nikolic an. Die Wahl gilt als wichtige Entscheidung darüber, ob Serbien den Weg in Richtung europäische Integration fortsetzt oder zu seiner isolationistischen Vergangenheit zurückkehrt. Es wird nicht erwartet, dass einer der beiden Kandidaten bereits im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Der mögliche zweite Wahlgang ist für den 3.Februar angesetzt. (NZ/AFP/AP/dpa)