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Trauer nach Mord an Benazir Bhutto:
Chaos und Gewalt erschüttern Pakistan

28. Dez 2007 14:00
Gewalttätige Ausschreitungen im pakistanischen Chaman
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Begleitet von schweren Unruhen im ganzen Land ist die populäre Oppositionsführerin Benazir Bhutto beigesetzt worden. Die Sicherheitskräfte sollen die Erlaubnis bekommen haben, auf Demonstranten zu schießen.

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Zehntausende Menschen haben der ermordeten pakistanischen Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto am Freitag in ihrer Heimatprovinz Sindh das letzte Geleit gegeben. In einem schlichten Holzsarg wurde der Leichnam der zweimaligen Premierministerin zum Familiengrab in ihrem Heimatort Garhi Khuda Bakhsh gebracht. Der Sarg war mit einer schwarz-rot-grünen Fahne ihrer Pakistanischen Volkspartei PPP bedeckt

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Die Beisetzung wurde von gewalttätigen Protesten begleitet. An mehreren Straßensperren habe es Zusammenstöße zwischen Polizisten und Anhängern Bhuttos gegeben, berichteten Augenzeugen. Die Provinz Sindh war bereits in der Nacht die am stärksten von Gewalttaten betroffene Region. Nach Medienberichten starben dort mindestens 20 Menschen. Aber auch aus anderen Regionen des Landes wird von Ausschreitungen berichtet. In Karachi setzten Randalierer nach Angaben der Polizei 180 Autos in Brand.

Schießerlaubnis für Sicherheitskräfte

Die englische Zeitung «Guardian» berichtet, Sicherheitskräfte hätten in der Provinz Sindh die Erlaubnis bekommen, auf gewalttätige Demonstranten zu schießen. In Hyderabad ist nach Angaben der Polizei bereits auf Gewalttäter geschossen worden. Fünf Menschen sollen dabei verletzt worden sein. In Karachi soll ein Polizist von einem Unbekannten erschossen worden sein.

Der britische Sender BBC berichtete am Freitag außerdem von einem Bombenanschlag in der nordwestlichen Provinz Swat. Dabei soll ein Kandidat der Regierungspartei ums Leben gekommen sein.

Auch im indischen Teil von Kaschmir kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und mehreren Hundert Steine werfenden Demonstranten, die gegen Bhuttos Ermordung protestierten. Die Polizei setzte Tränengas ein. Geschäfte und Unternehmen in dem vorwiegend von Muslimen bewohnten Kaschmir folgten dem Aufruf zu einem Generalstreik und blieben geschlossen.

Regierung will an Wahltermin festhalten

Unklar ist, ob die Regierung in Islamabad wegen der Ermordung Bhuttos die für den 8.Januar angesetzten Parlamentswahlen verschieben will. Eine solche Entscheidung werde in Abstimmung mit allen politischen Parteien getroffen, sagte Übergangs- Premierminister Mohammedmian Soomro am Freitag. «Im Moment bleibt es wie geplant bei den Wahlen.»

Staatspräsident Pervez Musharraf kündigte unterdessen eine offizielle Untersuchung des Mordes an der beliebten Politikerin an. Die Regierung werde eine Untersuchungskommission einsetzen und in Abstimmung mit der Führung von Bhuttos Pakistanischer Volkspartei einen Richter als deren Vorsitzenden bestimmen, sagte Soomro nach einer Kabinettssitzung. Derzeit sei noch unklar, wer für das Attentat verantwortlich sei.

Al Qaeda bekennt sich zu Attentat

Allerdings soll sich Medienberichten zufolge das Terrornetzwerk Al Qaeda zum dem Attentat auf die 54-Jährige bekannt haben. Bhutto war bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi von einem Attentäter durch Schüsse tödlich verletzt worden. Anschließend sprengte sich der Täter in die Luft. Dabei kamen mindestens 20 weitere Menschen ums Leben.

Die US-Bundespolizei FBI und die Behörde für Heimatsicherheit schrieben in einer Mitteilung, laut islamistischen Web-Seiten soll die Nummer zwei der Organisation, Ajman al Sawahri, das Attentat geplant haben. Ein FBI-Sprecher sagte, die Angaben auf den Webseiten würden geheimdienstlich geprüft.

Russland kritisiert internationale Gemeinschaft

Russland hat nach dem Mord an Bhutto vor einer «Radikalisierung der islamischen Welt» gewarnt. «Das war nicht nur ein Terroranschlag, sondern leider eine neue Etappe des Extremismus», sagte der Anti-Terror-Beauftragte der russischen Regierung, Anatoli Safonow. Das Attentat zeuge von einem zunehmend «explosiven Gemisch aus Politik und Religion». Safonow kritisierte, die internationale Gemeinschaft tue zu wenig, um das Terrornetzwerk Al Qaeda zu zerschlagen. «Die Zellen von Al Qaeda vermehren sich schneller als sie ausgelöscht werden.» (nz/dpa/AP)

 
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