22. Dez 2007 14:17
Eine utopistische Idee brachte der venezolanische Präsident Chavez auf das internationale Parkett. Er wolle das Öl seines Landes lieber im Tausch handeln, statt für US-amerikanische Dollars zu verkaufen.
«Wir glauben an Solidarität, Kooperation und die gemeinsame Fähigkeit, unsere Länder zum Wohle unserer Völker zu entwickeln», sagte der amtierende kubanische Staatschef Raul Castro Chavez bei der Eröffnung der mit venezolanischer Unterstützung renovierten Raffinerie Camilo Cienfuegos. Diese aus Sowjetzeiten stammende Anlage stand mehr als ein Jahrzehnt still. Kuba bezieht auch billiges Öl aus Venezuela und schickt dafür Ärzte in arme Gebiete des Landes, wo diese kostenlos ihre Dienste anbieten. Mit Angriffen gegen dîe USA hatte Chávez am Freitag in Kuba das Gipfeltreffen von Petrocaribe eröffnet. Er kritisierte in scharfer Form die Vorschläge der USA für Freihandelsabkommen auf dem amerikanischen Kontinent. Es gebe keinen freien Handel, es gebe nur eine Diktatur des Weltkapitalismus, sagte Chávez. Petrocaribe hingegen stehe für Fairness und die Förderung sozialer Gerechtigkeit.
Dem 2005 geschlossenen Wirtschaftspakt gehören 16 lateinamerikanische und karibische Staaten an. Er wurde von Chávez als Alternative zu den US-Plänen für eine panamerikanische Freihandelszone (FTAA) initiiert. Die Mitgliedstaaten des Paktes erhalten von Venezuela Erdöl zu Vorzugspreisen.
Castro sagte in seiner Rede zur Eröffnung des Treffens in Cienfuegos an der Südküste Kubas mit Blick auf ständig steigenden Energiepreise an den Weltmärkten, die Mitgliedsländer von Petrocaribe seinen in einer privilegierten Position. (AP)