netzeitung.deUN stimmt für Abschaffung der Todesstrafe

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Die Todesstrafe hat auch Befürworter wie diese Frau in Florida (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Todesstrafe hat auch Befürworter wie diese Frau in Florida
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine große Mehrheit der Länder in der UN-Vollversammlung hat für die Abschaffung der Todesstrafe gestimmt. Aber immer noch wird sie von 62 Mitgliedsländern der UN angewandt.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat am Dienstag in New York (Ortszeit) mit großer Mehrheit für einen Stopp der Todesstrafe gestimmt. 104 Länder stimmten für ein Moratorium der Hinrichtungen, 54 dagegen und 29 enthielten sich. Die Entschließung wurde von der Europäischen Union und weiteren Staaten eingebracht. Dagegen stimmten unter anderem die USA und China.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Resolution. Als ermutigend wertete er die Unterstützung aus vielen unterschiedlichen Teilen der Welt. «Dies ist ein weiterer Hinweis für den Trend zur endgültigen Abschaffung der Todesstrafe», sagte er. Die Resolution hat vor allem moralisches Gewicht. Sie ist rechtlich nicht bindend.

Die Organisation Amnesty International sprach von einem wichtigen Beschluss. «Die Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer Welt ohne Todesstrafe», sagte der Experte Oliver Hendrich in Berlin. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation wurden im Jahr 2006 mindestens 1.591 Menschen hingerichtet, die meisten davon in China. 3.861 Todesurteile wurden bekannt. Insgesamt finden neun von zehn Exekutionen in China, Iran, Irak, Pakistan, Sudan und den USA statt.

Seit Jahren beobachtet Amnesty International einen Trend zur Abschaffung der Todesstrafe. 88 Staaten strichen sie ganz, 42 wenden sie derzeit nicht an. Nur 62 Mitgliedsländer der UN, in denen allerdings zwei Drittel der Weltbevölkerung leben, halten an der Todesstrafe fest. In den Todeszellen werden mehr als 20.000 Verurteilte vermutet. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von Amnesty International in 25 Staaten fast 1600 Menschen hingerichtet. (epd/dpa)