Castro zieht sich endgültig aus Regierung zurück
18.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
«Meine elementare Pflicht ist es nicht, mich an die Ämter zu klammern, und noch viel weniger möchte ich den Jüngeren den Weg versperren», versicherte Castro laut der im Programm «Runder Tisch» verlesenen Botschaft. «Meine Aufgabe ist es vielmehr, Erfahrungen und Ideen beizutragen, deren bescheidener Wert aus einer außerordentlichen Epoche stammen, in der ich gelebt habe.»
Die überraschende Ankündigung Castros erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Weichen für die künftige Regierung auf der Karibikinsel gestellt werden. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Bestimmung der künftigen Regierung, die aus den Reihen der Nationalversammlung hervorgeht. Diese wird am 20. Januar nächsten Jahres gewählt. Fidel Castro wurde Anfang Dezember als Kandidat aufgestellt, was sofort Gerüchte aufkommen ließ, denen zufolge der kranke Staatsführer am Ende doch noch an die Staatsspitze zurückkehren könnte.
Das galt unter Beobachtern und Kennern der Lage in Kuba jedoch als unwahrscheinlich. Mitte 2006 hatte sich Castro einer Darmoperation unterziehen müssen, von der er sich nie völlig erholt hat. Er ist seither nicht mehr öffentlich aufgetreten. Nur mit der Veröffentlichung von Fotos und Videos aus dem Krankenzimmer wurde gezeigt, dass er noch am Leben ist. Die neuen Führer Kubas erklärten stets lediglich, der «Comandante» sei auf dem Weg der Besserung. (dpa)

