Da der SVP wegen ihrer Stellung als größte Partei in der Regierung zwei Sitze zustehen und Verteidigungsminister Samuel Schmid bereits gewählt war, war Blocher draußen - und der Eklat da. Der mächtigste Politiker der größten Partei der Schweiz gehört damit nicht der Regierung an - ein historisch einmaliger Vorgang in dem Alpenland. Erst zum zweiten Mal in 133 Jahren wurde ein amtierendes Schweizer Regierungsmitglied abgewählt.Blocher zog sich am Mittwoch schließlich - «sehr bleich», wie es hieß - mit seinen Getreuen ins Zimmer 88 des Bundeshauses in Bern zurück. Wahrscheinlich sei, dass er mit seiner Partei in die Opposition gehe, hieß es. Dort kommt er her, und viele haben ihm vorgeworfen, auch in der Regierung diese Position nie aufgegeben zu haben. Zwar könnte Blocher theoretisch noch in einem dritten Wahlgang antreten. Doch ob er diesen Schritt mit Aussicht auf Erfolg wagen kann, darauf wollte am Mittwoch in Bern niemand wetten. (Von Heinz-Peter Dietrich, dpa)