07.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Eine Flagge, viele Standpunkte
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Kurz vor der angekündigten Unabhängigkeitserklärung des Kosovo ringen die EU-Außenminister um eine gemeinsame Reaktion darauf. Die Kfor-Truppen sind bereits verstärkt worden.
Angesichts der für den 10. Dezember angekündigten einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo drängen die EU-Außenminister zu einer einmütigen Haltung gegenüber der abtrünnigen serbischen Provinz. Nach einem Treffen in Brüssel sagte der belgische Außenminister Karel De Gucht in der Nacht zum Freitag. «Alle haben unterstrichen, dass wir wenigstens innerhalb der EU einen Konsens brauchen, um nicht die Kontrolle über die Lage zu verlieren», sagte er.
Am Freitag wollen die Außenminister der 26 Nato-Staaten vor allem darüber sprechen, was sie im Fall der erwarteten einseitigen Unabhängigkeitserklärung der Kosovo-Albaner tun wollen. Einem Bericht der «Financial Times Deutschland» zufolge will die Allianz kommende Woche zwei zusätzliche Kampfbataillone aus ihrer Reserve mit zusammen rund 1600 Soldaten aktivieren. Sie kommen aus Italien und Großbritannien.
Bereits vor einigen Tagen war ein Reservebataillon von 550 Bundeswehrsoldaten in das Kosovo verlegt worden, um auch die Enklaven der serbischen Minderheit schützen zu können.
19.000 SoldatenSollten alle drei Bataillone der Kosovo-Reserve in die Provinz verlegt werden, so wären rund 19.000 Soldaten der Nato-Kosovotruppe Kfor im Land. Bei einem Treffen der Nato-Außenminister mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Freitag wurden deutliche Meinungsunterschiede erwartet. Russland lehnt die von den meisten europäischen Staaten geplante Anerkennung einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung strikt ab.
Die EU-Außenminister, die traditionell am Vorabend der Nato-Sitzung mit den Nato-Außenministern reden, haben bisher noch keine einheitliche Haltung der EU zur möglichen Unabhängigkeit des Kosovo gefunden. De Gucht gab sich jedoch zuversichtlich. «Ich glaube, dass alle einen Konsens wollen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist ziemlich groß. Die Diskussion geht weiter.»
Im Kreis der 27 EU-Staaten steht das Streitthema Kosovo am Montag bei einem Außenministerrat in Brüssel zur Diskussion an. Vor allem die Slowakei, Zypern und Griechenland sind gegen die Anerkennung eines unabhängigen Kosovo. Sie befürchten, davon könnte ein Signal für separatistische Betrebungen in ihren eigenen Ländern ausgehen. (nz/dpa)