03.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Im Ostkongo leiden die Menschen seit Jahren unter Gewaltakten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Regierungstruppen haben die angekündigte Offensive gegen Rebellenführer Nkunda begonnen. Zehntausende Menschen sind nach Angaben humanitärer Organisationen von jeglicher Hilfe abgeschnitten.
Kongolesische Regierungstruppen haben am Montag mit Kampfhubschraubern und schwerer Artillerie Stellungen des Rebellengenerals Laurent Nkunda im Osten des Landes angegriffen. Nach Angaben von UN-Friedenshütern versuchten die Soldaten, die Stadt Mushake etwa 40 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Goma einzunehmen, berichtete der britische Rundfunksender BBC.
Ein Sprecher der Vereinten Nationen sagte, die UN-Truppen leisteten logistische Unterstützung für die Regierungstruppen, seien aber nicht an den Kämpfen beteiligt. Mushake gilt als einer der Stützpunkte der Rebellenarmee. Die kongolesische Armee kündigte bereits vor mehr als einer Woche eine Großoffensive gegen Nkunda und seine Rebellen in der Region Nord Kivu im Osten des Landes an. Hunderte Regierungssoldaten mit Raketenwerfern und anderen schweren Waffen seien auf dem Weg in die Stadt in der Region Nord Kivu.
Zuvor hatten Nkundas Truppen die Stadt Nyanzale etwa 100 Kilometer nördlich von Goma eingenommen und die dortigen Regierungstruppen vertrieben. Die meisten der 40.000 Einwohner von Nyanzale sind nach BBC-Angaben ebenso wie die Bevölkerung der umliegenden Dörfer auf der Flucht.
Gewaltakte gegen Frauen und KinderLaut dem Kinderhilfswerk UNICEF sind weit mehr als 50.000 Kriegsflüchtlinge von dringend benötigter humanitärer Hilfe abgeschnitten. Die Menschen litten unter akutem Nahrungsmittelmangel und würden nicht medizinisch versorgt. Helfer könnten aufgrund der gefährlichen Sicherheitslage nicht zu ihnen vordringen.
Menschenrechtsgruppen und internationale Helfer werfen allen Konfliktparteien zahlreiche Verbrechen an der Zivilbevölkerung vor. Vor allem die sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat dramatisch zugenommen. Zudem werden seit einigen Monaten verstärkt Kinder als Soldaten missbraucht.
Der ethnische Tutsi Nkunda begründet seinen Krieg gegen die kongolesische Regierung damit, dass diese Hutu-Rebellen unterstütze. Im Krieg zwischen dem ehemaligen Zaire und Ruanda zwischen 1998-2003 hatte die ruandische Regierung Nkunda ausgerüstet. Er sollte Hutu-Milizen verfolgen, die für den ruandischen Völkermord im Jahr 1994 verantwortlich gemacht werden. (nz/dpa/epd)