Hohe Wahlbeteiligung in Russland
02.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Erste aussagekräftige Ergebnisse werden für die Nacht zum Montag erwartet. Nach jüngsten Umfragen könnte die Partei von Präsident Wladimir Putin bis zu 80 Prozent der Stimmen erhalten. Die Wahlen werden von einem selbst für russische Verhältnisse ungewohnt hohen Sicherheitsaufgebot begleitet. Landesweit kommandierte die Staatsführung nach Medienangaben 450.000 Polizisten, Soldaten des Innenministeriums sowie Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB ab, um einen ruhigen Wahlverlauf sicherzustellen.
Wahlberechtigt sind 107 Millionen Bürger über elf Zeitzonen hinweg. Die Wahl ist die erste seit Einführung eines neuen Wahlgesetzes. Danach gilt ein reines Verhältniswahlrecht, bei dem allein die Stimmenanteile für die verschiedenen Parteien und Listen über die Vertretung in der Staatsduma entscheiden. Die Schwelle für den Einzug ins Parlament wurde von fünf auf sieben Prozent angehoben, so dass kleine Parteien und parteilose Kandidaten keine Chance mehr haben. Daher muss auch die Kommunistische Partei um ihren Einzug ins Parlament bangen.
Kasparow wurde erst am Donnerstag aus der Haft entlassen, nachdem er an einer von der Polizei gewaltsam aufgelösten Demonstration teilgenommen hatte. Die Abstimmung vom Sonntag «erfüllt kein einziges Kriterium für eine freie, faire und demokratische Wahl», schrieb der ehemalige Putin-Berater Andrej Illarionow in einem Kommentar für das Kato-Institut. Daher könne streng genommen gar nicht von einer Wahl gesprochen werden.
Ein hoher Stimmenanteil für das Einige Russland könnte Putin den Weg ebnen, um auch nach dem Ende seiner Amtszeit im nächsten Jahr die Geschicke des Landes weiter zu gestalten. Die Verfassung hindert Putin daran, bei der Präsidentenwahl im März 2008 für eine dritte Amtszeit in Folge zu kandidieren. Er hat aber bereits angedeutet, dass er jetzt Ministerpräsident werden könnte. (nz/AP/dpa)

