01.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Opfer eines Bombenanschlages bei Bakuba am Freitag.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Rund 60 islamistische Terroristen griffen ein Dorf nordöstlich von Bagdad an. Sie steckten die Häuser in Brand und töteten wahllos Frauen und Kinder.
Islamistische Terroristen haben am Samstag im Irak ein von Schiiten bewohntes Dorf überfallen und mindestens zwölf Einwohner niedergemetzelt. Nach Angaben der Polizei waren unter den 12 Toten auch Frauen und Kinder. Sieben Bewohner seien bei dem Angriff auf das Dorf Duwailija in der Provinz Dijala verletzt worden, 32 weitere würden noch vermisst. Rund 60 Angreifer hätten das Dorf am frühen Morgen unter Beschuss genommen, berichteten Augenzeugen. Bewaffnete Einwohner hätten mehrere Angreifer getötet.
Mindestens zehn der Toten gehören nach Angaben der irakischen Nachrichtenagentur Aswat al-Irak einer Familie an. Neun Häuser seien in Trümmer gelegt worden. Die Angreifer gehören nach Ermittlungen der Polizei der Extremisten-Organisation Islamischer Staat im Irak an, die seit dem US-Einmarsch 2003 vor allem im Norden operiert und dem Terrornetz El Kaida nahesteht. Vor sechs Monaten hatten Islamisten schon einmal dasselbe Dorf knapp 100 Kilometer nordöstlich von Bagdad überfallen. Damals waren 25 Menschen getötet oder verletzt worden.
Die Provinz Dijala ist Hochburg islamistischer Terroristen, insbesondere seit die US-geführte Armee und irakische Sicherheitskräfte ihre Operationen etwa in Bagdad und im Westen der Hauptstadt ausgeweitet haben. Irakische und amerikanische Sicherheitskräfte töteten am Samstag bei einer Operation in der Provinz nach eigenen Angaben acht Rebellen der Organisation El Kaida im Irak. Vier weitere seien verletzt worden.
Derweil sprengte sich in Bagdad laut Aswat al-Irak ein Selbstmordattentäter in einem Auto in die Luft und riss einen Zivilisten mit in den Tod. Rund 90 Kilometer nördlich von Bagdad explodierte in der Provinz Salaheddin eine Sprengfalle neben einer Patrouille und tötete einen irakischen Polizisten. (dpa)