netzeitung.deHugo Chavez droht USA mit Öl-Embargo

 Herausgeber: netzeitung.de

 (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Regierende des viertgrößten Öl-Lieferanten der USA hat mit einem Lieferstopp gedroht, wenn die Amerikaner die von ihm gewollte Verfassungsreform nicht anerkennen sollten.

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat die USA vor einer Einmischung in das Verfassungsreferendum am Sonntag gewarnt und der Regierung in Washington mit einem Ölembargo gedroht. Er rief bei einer Kundgebung am Freitag in Caracas zugleich die Bürger auf, für die Verfassungsreform zu stimmen.

Er werde den Ölhahn abdrehen, falls Washington das Ergebnis eines Referendums über eine sozialistische Verfassungsreform in Venezuela nicht anerkennen sollte, sagte Chávez. «Wenn am Sonntag das Ja (zur Reform) gewinnt und sie (die Amerikaner) hierher kommen wollen, um uns das Erdöl wegzunehmen, dann wird es 100 Jahre Krieg in Venezuela geben», warnte der Linksnationalist bei einer Kundgebung zum Abschluss des Wahlkampfes, an der nach Schätzungen von Reportern mehr als 200.000 Menschen teilnahmen. Venezuela war im vergangenen Jahr der viertgrößte Öllieferant der USA.

Chávez warnte auch die Opposition vor Protestaktionen nach dem Referendum. Erst am Vortag waren rund 250 000 Regierungsgegner auf die Straßen gegangen, um gegen die Verfassungsreform zu protestieren. «Wir sagen Nein zur Repression, zum Machtmissbrauch und zum Totalitarismus», meinte Studentenführer Freddy Guevara.

Der Entwurf für eine neue Verfassung soll dem Präsidenten eine unbegrenzte Zahl von Amtszeiten ermöglichen und den sozialistischen Kurs in Venezuela vorantreiben. Darüber werden die Bürger Venezuelas am Sonntag abstimmen. Nach jüngsten Umfragen wird ein Kopf-an-Kopf- Rennen erwartet.

In Venezuela kann ein Präsident bisher nur ein Mal wiedergewählt werden. Danach geht die Amtszeit von Chávez, der der für seine angestrebte sozialistische Demokratie inzwischen unter anderem die Ölindustrie verstaatlicht hat, im Jahr 2012 zu Ende. (AP/dpa)