netzeitung.deBin Laden fordert Abzug aus Afghanistan

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Al-Qaeda-Chef Osama bin Laden (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Al-Qaeda-Chef Osama bin Laden
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Osama bin Laden hat in einer ihm zugeschriebenen Audio-Aufnahme die Europäer aufgerufen, Afghanistan zu verlassen. Am Hindukusch einen Anti-Terrorkrieg zu führen, sei unsinnig - nur er allein sei für 9/11 verantwortlich.

Der Anführer des Terrornetzes Al Qaeda, Osama bin Laden, hat die Europäer in einer neuen Tonbandbotschaft zum Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan aufgerufen. Der Krieg in Afghanistan sei ungerecht, «die meisten Opfer dort sind Frauen und Kinder», heißt es auf dem Tonband, das der arabische Nachrichtensender El-Dschasira am Donnerstagabend veröffentlichte.

Bin Laden betonte, die radikal-islamischen Taliban, die damals in Afghanistan herrschten, hätten nichts von seinen Plänen für die Flugzeugattentate vom 11. September 2001 gewusst. «Ich alleine bin dafür verantwortlich», sagte er. Es sei daher unsinnig, den Krieg in Afghanistan als Kampf gegen den Terror zu deklarieren.

Die USA sprachen von einer alten Taktik. Der Sprecher im US- Außenministerium, Sean McCormack, sagte: «Ich glaube, dass unsere NATO-Verbündeten sehr gut verstehen, was in Afghanistan und sonst in der Welt im Krieg gegen den Terrorismus auf dem Spiel steht.» Er fügte hinzu, «das Tonband beinhaltet offenbar keine konkreten, glaubwürdigen Drohungen».

Appell an die Öffentlichkeit
In der Botschaft appellierte Bin Laden weniger an die Regierungen, als vielmehr an die Öffentlichkeit derjenigen Länder, die für den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban Truppen nach Afghanistan entsandt haben. Die Menschen in den entsprechenden Ländern sollten Druck auf ihre Regierungen ausüben.

Am Hindukusch sind auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Mitte November hatte der Bundestag das Bundeswehrmandat für den US-geführten Einsatz «Operation Enduring Freedom» (OEF) verlängert. Die Beteiligung deutscher Soldaten ist in der Bevölkerung höchst umstritten. Weitere 3500 Soldaten sind zudem im Rahmen der Nato-geführten Isaf-Mission im Norden Afghanistans eingesetzt.

Die von Al Dschasira veröffentlichte Tonbandbotschaft enthielt allerdings keinen Hinweis, wann sie aufgenommen wurde. Auch für die Echtheit gab es keinen Beweis. Die Stimme auf dem Band klang jedoch wie die Stimme auf anderen Tonbändern, deren Authentizität von Experten bestätigt worden war. US-Regierungsbeamte gingen am Donnerstag zunächst davon aus, dass die Botschaft echt sei. Allerdings müsse das Tonband noch eingehend geprüft werden. (nz/dpa)