In der Botschaft appellierte Bin Laden weniger an die Regierungen, als vielmehr an die Öffentlichkeit derjenigen Länder, die für den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban Truppen nach Afghanistan entsandt haben. Die Menschen in den entsprechenden Ländern sollten Druck auf ihre Regierungen ausüben. Am Hindukusch sind auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Mitte November hatte der Bundestag das Bundeswehrmandat für den US-geführten Einsatz «Operation Enduring Freedom» (OEF) verlängert. Die Beteiligung deutscher Soldaten ist in der Bevölkerung höchst umstritten. Weitere 3500 Soldaten sind zudem im Rahmen der Nato-geführten Isaf-Mission im Norden Afghanistans eingesetzt.
Die von Al Dschasira veröffentlichte Tonbandbotschaft enthielt allerdings keinen Hinweis, wann sie aufgenommen wurde. Auch für die Echtheit gab es keinen Beweis. Die Stimme auf dem Band klang jedoch wie die Stimme auf anderen Tonbändern, deren Authentizität von Experten bestätigt worden war. US-Regierungsbeamte gingen am Donnerstag zunächst davon aus, dass die Botschaft echt sei. Allerdings müsse das Tonband noch eingehend geprüft werden. (nz/dpa)