In seiner Rede warnte Putin davor, dass Erreichte aufs Spiel zu setzen. Die Wähler sollten daran denken, «aus welcher tiefen Depression wir das Land innerhalb von acht Jahren gezogen haben», sagte Putin. Die Entwicklung des Landes sei «hart erkämpft», betonte der Kremlchef vor der russischen Staatsflagge. «Die Arbeit war nicht ohne Fehler», räumte er im Staatsfernsehen ein. Bis zu einem «modernen und blühenden Russland» bleibe viel zu tun. In seiner etwa vierminütigen Ansprache ließ der 55-Jährige seine künftige Rolle in der Politik des Landes weiter offen. Zur Präsidentenwahl im März darf Putin laut Verfassung nicht wieder antreten. Das Resultat der Dumawahl werde «ohne Zweifel» auch für die Präsidentenwahl «den Ton angeben», sagte Putin. Seinen politischen Gegnern warf der Präsident erneut vor, «Demütigung, Abhängigkeit und Verderben» über Russland bringen zu wollen. Dies müsse verhindert werden, betonte Putin in der vor einigen Tagen aufgezeichneten Rede.
Der Friedensnobelpreisträger und letzte Sowjetpräsident Michail Gorbatschow unterstützte erneut den «Kurs Putins». Er kritisierte allerdings, dass die Kremlpartei Geeintes Russland mit Putin als Spitzenkandidaten «nur eigene Interessen und nicht die des Landes» verfolgt habe. Gorbatschow erwartet «eine demokratische Wahl, wenn auch mit zahlreichen Rückschlägen». Er gehe fest davon aus, dass Geeintes Russland «dank Putin» die Abstimmung gewinnen werde, sagte der Politiker vor Journalisten in Moskau. (dpa)