29.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Trauer um die getöteten Jugendlichen in Villiers le Bel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Frankreichs Staatschef Sarkozy will nach den jüngsten Krawallen hart durchgreifen. Zudem sollen Gendarmerie und Polizei stärker verzahnt werden. Die Sozialisten werfen ihm vor, die Konflikte selbst geschürt zu haben.
Mit massiver Polizeipräsenz hat die französische Regierung in der Nacht zum Donnerstag ein Wiederaufflammen der Unruhen in Pariser Einwanderer-Vorstädten verhindert. Rund 1000 Polizisten sowie Hubschrauber sicherten den Brennpunkt Villiers-le- Bel, wo es zu Wochenbeginn zu Ausschreitungen gekommen war. «Was in Villiers-le-Bel passiert ist, hat nichts mit sozialer Krise zu tun, aber alles mit Gaunerherrschaft», sagte Präsident Nicolas Sarkozy vor Polizisten in Paris. Er werde hart gegen die Täter durchgreifen und zudem in einer Reform Polizei und Gendarmerie näher zusammenführen. Gendarmen unterstehen als Soldaten dem Verteidigungsministerium.
Anlass der Krawalle war der Unfalltod zweier Jugendlicher gewesen, die mit ihrem Motorrad gegen einen Streifenwagen gefahren waren. Ein Amateurvideo weckt Zweifel an der Darstellung der Polizei, Randalierer hätten nach dem Unfall den Streifenwagen attackiert.
Die Sozialisten werfen Sarkozy vor, mit der Abschaffung der Nachbarschaftspolizei und dem Rückgriff auf die kasernierte Bereitschaftspolizei die Konfrontation gefördert zu haben. Außerdem gebe die Regierung zu wenig Geld für die Vorstädte aus, sagte der Abgeordnete Henri Emmanuelli. Der Polizei warf er vor, «den Eindruck einer Besatzungspolizei» zu vermitteln.
Die aus einer Einwanderersiedlung stammende Staatssekretärin für Städtebau, Fadela Amara, erklärte, bei den Unruhen gehe es nicht um die «soziale Krise», die sie mit ihrem Plan «Achtung und Chancengleichheit» bekämpfen wolle. «Hier geht es um anarchische städtische Gewalt», sagte die einstige Gründerin einer Einwanderer- Frauenbewegung. Sarkozy will den Plan am 22. Januar präsentieren. (dpa)