29. Nov 2007 10:17, ergänzt 15:45
Die philippinische Armee hat ein Hotel gestürmt, in dem sich meuternde Soldaten und frühere Putschisten verschanzt hatten. Rebellenführer Trillanes hatte zum Volksaufstand gegen Präsidentin Arroyo aufgerufen.
«Wir ergeben uns», sagte der 36-jährige Rebellenführer Antonio Trillanes vor den Kameras der Reporter, die im dem Hotel Position bezogen hatten. Er warf der Präsidentin Korruption und Wahlbetrug vor. «Wie jedes üble Regime wird auch die Arroyo-Regierung ihr Ende finden», prophezeite er. Das Innenministerium verhängte am Abend eine nächtliche Ausgangssperre. 40 Journalisten, die in dem Hotel waren, wurden ebenfalls festgenommen. Sie hätten sich der Staatsgewalt widersetzt, weil sie der Aufforderung, das Hotel zu räumen, bevor die Armee es stürmte, nicht gefolgt waren, sagte der Innenminister. Trillanes, ein früherer Marine-Leutnant, war am Morgen mit anderen Soldaten aus einem Gerichtssaal in Manila gestürmt, wo sie sich wegen eines Putschversuchs 2003 verantworten mussten. Die Militärpolizei, die sie bewachen sollte, schloss sich er Gruppe an, ebenso General Danilo Lim, der wegen eines anderen Umsturzversuchs festgenommen worden war und als Zeuge aussagen sollte. Auch Zuschauer zogen mit, darunter ein ehemaliger Vizepräsident und ein katholischer Bischof. Die Gruppe marschierte zu dem Hotel, schob die Sicherheitskräfte beiseite und nahm einen Konferenzsaal im ersten Stock ein.
«Die Leute haben genug», sagte Trillanes. «Wir rufen die Menschen auf, sich uns anzuschließen.» Lim verlas eine Erklärung. «Wir können nicht tatenlos zusehen, wie die Gesetze, die moralische Ordnung, die Integrität der Institutionen, die ganze Zukunft unseres Volkes und unsere Karrieren von einer Schein-Präsidentin zerstört werden», hieß es darin.
Die Regierung kämpft seit Monaten gegen Korruptionsvorwürfe. Nach den letzten Wahlen hielten sich hartnäckig Vorwürfe eines Wahlbetrugs. Ein Amtsenthebungsverfahren scheiterte im Parlament. Die Opposition hatte für Freitag zu Massendemonstrationen gegen die Präsidentin aufgerufen. «Keiner sollte an unserem Rechtsstaat zweifeln», sagte die Präsidentin später. «Die Täter werden voll zur Verantwortung gezogen.» (dpa)