netzeitung.deUS-Republikaner streiten online

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Auf Youtube konnten auch Fragen an die Politiker gestellt werden (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auf Youtube konnten auch Fragen an die Politiker gestellt werden
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber haben sich einen harten Schlagabtausch geliefert. Die Debatte zur Einwanderungspolitik gab es nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf Youtube.

Gut einen Monat vor den ersten Vorwahlen haben sich die republikanischen Spitzenkandidaten für das höchste Amt in den USA eine hitziges Streitgespräch über die Einwanderungspolitik geliefert. Das Wortgefecht wurde am Mittwochabend erstmals gleichzeitig im Fernsehen und im Internet, beim Sender CNN und im Online-Portal YouTube. Die Einbeziehung des Internets in die Debatte sorgte dafür, dass die Kandidaten sofort auf die strittigsten Themen eingehen mussten.

Ein Mann fragte zum Beispiel mit einer Waffe in der Hand, wie es die insgesamt acht Spitzenkandidaten mit schärferen Kontrollen halten. Ein Bauer wollte einen Maiskolben essend wissen, wie es mit den Subventionen für die Landwirtschaft stehe. Und ein anderer fragte, die Bibel sichtbar fest in der Hand, ob die Politiker wirklich an jedes Wort in der Bibel glaubten. Dabei war nicht zu übersehen, dass die Präsidentschaftsbewerber versuchten, sich noch jeweils rechts von ihren Kontrahenten zu positionieren, da die Konservativen bei den Republikanern in den Vorwahlen vermutlich den Ausschlag geben werden.

Der bei den Republikanern in den Umfragen führende frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani griff in der Debatte um die Einwanderungspolitik seinen Konkurrenten Mitt Romney an und warf ihm vor, illegale Einwanderer zu beschäftigen. Romney konterte, er halte es für «unamerikanisch», die Ausweise von Arbeitern zu kontrollieren, nur weil sie einen anderen Akzent hätten. Er hatte Gärtner beschäftigt, bei denen sich herausstellte, dass sie sich illegal in den USA aufhielten.

«Gottes Kinder»
In die Defensive gedrängt sah sich Senator John McCain, der seinen Kurs verteidigte, derzeit in den USA lebenden illegal Eingewanderten auch eine Möglichkeit zu geben, die Staatsbürgerschaft zu erlangen. «Wir müssen anerkennen, dass auch dies Gottes Kinder sind», erklärte McCain. Aber auch die Grenzen müssten verstärkt werden, betonte er. Verteidigen musste sich auch Mike Huckabee, der als Gouverneur von Arkansas Kindern illegal Eingewanderter das Recht zugestanden hatte, sich um Stipendien für Hochschulen zu bewerben. «Wir sind ein besseres Land, das die Kinder nicht für die Vergehen ihrer Eltern bestraft», sagte Huckabee.

Die Debatte konzentrierte sich aber dann doch auf die Bewerber, die in den Umfragen führen. Giuliani liegt zwar landesweit in Front, in den Staaten Iowa und New Hampshire, in denen in fünf Wochen gewählt wird, liegt er aber hinter Romney. Dieser wiederum wird in Iowa von Huckabee und in New Hampshire von Giuliani und McCain bedrängt.

Ein Fragesteller, der frühere Brigade-General Keith Kerr, fragte die Bewerber nach ihrer Einstellung zu Homosexuellen in den Streitkräften, wobei er sich selbst auch dazu bekannte. Was er nicht erwähnte war aber, dass er im Komitee für Schwulen und Lesben der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Rodham Clinton mitarbeitet.(Liz Sidoti/AP)