Einen Tag nach seinem Rücktritt als Armeechef ist der umstrittene pakistanische Machthaber Pervez Musharraf für weitere fünf Jahre als Präsident vereidigt worden. Erstmals leistete er den Amtseid als ziviler Präsident.
Einen Tag nach seinem Rücktritt als Armeechef ist der umstrittene pakistanische Machthaber Pervez Musharraf für eine weitere fünfjährige Amtszeit als Präsident vereidigt worden. Erstmals leistete er den Amtseid als ziviler Präsident. Damit endeten am Donnerstag formell acht Jahre Militärherrschaft in der südasiatischen Atommacht. Mit seinem Rücktritt als Oberbefehleshaber der Streitkräfte hatte Musharraf eine Kernforderung der Opposition und des Westens erfüllt. Eine weitere zentrale Forderung ist ein Ende des Ausnahmezustands, den Musharraf am 3. November verhängt hatte.
Musharraf hatte sich 1999 als Armeechef unblutig an die Macht geputscht. Am Mittwoch hatte Musharraf das Kommando über die Streitkräfte an General Ashfaq Parvez Kayani abgegeben, der als Vertrauter des Präsidenten gilt. Kayani nahm am Donnerstag an der feierlichen Vereidigungszeremonie in Islamabad teil. Die Opposition und Musharraf-Gegner hatten gegen Musharrafs Wiederwahl als Präsident durch die Parlamente Anfang Oktober geklagt. Sie hatten argumentiert, dass er als Armeechef nicht hätte kandidieren dürfen. Musharraf hatte daraufhin am 3. November den Ausnahmezustand verhängt und seine Kritiker am Verfassungsgericht ersetzt. Die neuen Richter bestätigten daraufhin, dass Musharrafs Wahl durch das Parlament in Islamabad und die Provinzparlamente Anfang Oktober rechtmäßig war. (dpa)