28. Nov 2007 10:45, ergänzt 10:59
Der jüngste Versuch einer Einigung des Kosovo mit Serbien ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Damit scheint unausweichlich, dass sich die Provinz im Dezember für unabhängig erklärt.
Alle Seiten machten bereits am Montag deutlich, dass sie nicht zu Kompromissen in der Frage des künftigen Status der Provinz bereit sind: Die Führung in Belgrad lehnt die Forderung nach staatlicher Souveränität der von den Vereinten Nationen verwalteten Provinz jedoch strikt ab. Im Falle einer von ihr angestrebten Autonomielösung jedoch würde die Provinz die entscheidenden Zuständigkeiten behalten. Dazu gehörten die Außenpolitik, Verteidigung, Grenzkontrolle und der Schutz des serbischen Kulturerbes sowie die ausschließliche Vertretung in den Vereinten Nationen, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und dem Europarat. Die Albaner, die inzwischen mehr als 90 Prozent der Kosovo- Bevölkerung stellen, würden dem serbischen Angebot zufolge die Selbstverwaltung und den «Zugang» zu internationalen Finanzinstitutionen und anderen internationalen und regionalen Organisationen erhalten. Das Kosovo hätte demnach auch eine eigene Flagge, Hymne und eigene Nationalmannschaften, sofern diese von internationalen Sportinstitutionen anerkannt würden.