netzeitung.dePakistans Geheimdienst mit Bombe attackiert

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Nach dem Anschlag auf den Geheimdienstbus (Foto: dpa/epa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nach dem Anschlag auf den Geheimdienstbus
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Die erste Explosion zerstörte einen Bus, besetzt mit Mitarbeitern des Geheimdienstes ISI, als der das Hauptquartier erreichte. Wenig später ging ein zweiter Sprengsatz hoch.

Die Explosion zweier Bomben in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad hat am Samstagmorgen mehr als ein Dutzend Menschen getötet. Wie die Armee mitteilte, zerstörte ein Sprengsatz einen Bus mit Mitarbeitern des Geheimdienstes ISI, als der auf das Gelände des ISI-Hauptquartiers fahren wollte. Die Streitkräfte bestätigten 17 Tote und zwei Schwerverletzte. Dagegen sprachen ranghohe Geheimdienstmitarbeiter von mindestens 35 Todesopfern.

Ein zweiter Selbstmordattentäter tötete zwei Soldaten, als er sich mit seinem Auto an einem Kontrollpunkt in der Nähe des Armeehauptquartiers in die Luft sprengte.

Das pakistanische Fernsehen berichtete, der Bus sei vollständig zerstört. Nach den Anschlägen sperrten Sicherheitskräfte wurde den Tatort weiträumig ab.

Druck der Opposition
Es war der dritte schwere Anschlag auf pakistanische Sicherheitskräfte in den vergangenen Monaten. Im September waren bei einem Doppelanschlag in Rawalpindi 30 Menschen gestorben. Wenige Tage später starben 16 Angehörige einer Eliteeinheit bei einem Anschlag auf ihr Lager nordwestlich von Islamabad. Hinter den Taten werden den Taliban nahe stehende islamische Extremisten vermutet.

Das Land befindet sich seit Wochen im Ausnahmezustand. Präsident Pervez Mussharraf hatte es lange Zeit angelehnt, seinen Posten als Armeechef aufzugeben. Unter dem Druck der Opposition und deren aus dem Exil zurückgekehrten Führerin Benazir Bhutto gab er schließlich nach.

Wieder kandidieren
Unterdessen wurde bekannt, dass der nach Saudi-Arabien abgeschobene frühere pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif noch am Wochenende in seine Heimat zurückkehren will. Sharif werde am Sonntag in Lahore erwartet, sagte ein Sprecher seiner Partei PML-N am Samstag der Nachrichtenagentur AP.

Sharif, der 1999 vom heutigen Staatschef Pervez Musharraf gestürzt worden war, wollte bereits im September nach Pakistan einreisen, war aber kurz nach seiner Landung ausgewiesen worden. Diesmal werde er nicht wieder abgeschoben, verlautete aus Musharrafs Umfeld. Spekulationen, dass Saudi-Arabien Sharif ausreisen lassen könnte, gab es bereits am Dienstag, als Musharraf überraschend mit König Abdullah zusammentraf.

Am Freitag spach Sharif selbst mit dem Monarchen. Pakistanischen Medienberichten zufolge will das Königreich Sharif ermöglichen, bei der Parlamentswahl im Januar zu kandidieren - wie die ehemalige Ministerpräsidentin Benazir Bhutto, die im Oktober aus dem Exil nach Pakistan zurückkehrte. Sharif müsste dafür am Montag die erforderlichen Papiere einreichen.(nz/dpa/AP)