23. Nov 2007 11:41
Verloren gingen nur zwei CDs - aber ihr schutzbedürftiger Dateninhalt macht den darauf folgenden Rufschaden für die Regierung enorm. Die beiden Silberlinge sind noch immer nicht gefunden.
Nur noch 28 Prozent der Briten glauben, dass die Labour-Regierung die wirtschaftlichen Probleme im Griff hat. Vor einigen Wochen waren es noch gut 60 Prozent. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam das Institut YouGov: Die Datenkrise bescherte den oppositionellen Tories demnach mit einer Zustimmung von 41 Prozent das beste Ergebnis seit 15 Jahren. Vor weniger als zwei Monaten konnte sich Labour noch mit einem Elf-Punkte-Vorsprung schmücken. Derweil setzen Polizei und Behörden die Suche nach den verlorenen CDs mit Daten von 25 Millionen Briten fort. Die britische Steuerbehörde HMRC geht davon aus, dass sich die Datenträger «noch auf dem Gelände einer Regierungsbehörde» befinden und nicht in die Hände von Kriminellen gefallen sind, wie die britische BBC berichtete.
Am Dienstag hatte Finanzminister Alistair Darling eingeräumt, dass die Steuerbehörde zwei Datenträger mit persönlichen Informationen über Bankverbindungen, Adressen und Namen von allen Kindergeldempfängern des Landes an den Rechnungshof geschickt hatte, diese dort aber nie eintrafen.E-Mails beweisen nun, dass der britische Rechnungshof NAO zuvor verlangt hatte, die sensiblen Daten «so sicher wie möglich» zu verschicken, berichtete BBC am Freitag. Die Warnung an die Steuerbehörde soll bereits 16 Tage vor der Übermittlung der Daten an die NAO bei der Steuerbehörde eingegangen sein. Allerdings soll aus Kostengründen darauf verzichtet worden sein, sensible Daten vor dem Versand zu löschen. Während Finanzminister Darling die Verantwortung dafür einem untergeordneten Beamten zuschiebt, zeigten die E-Mails indes, dass die Anweisung von einer höheren Ebene kam.