31. Okt 2007 09:52
Libyens Staatschef Gaddafi hat sich Frankreich als Vermittler aufgedrängt. Er will die Hintergründe des versuchten illegalen Kindertransports aus dem Tschad klären.
Vergangenen Donnerstag waren im Tschad sechs französische Mitarbeiter der Organisation «Arche de Zoé» festgenommen worden, als sie 103 angeblich aus der sudanesischen Krisenregion Darfur stammende Waisen über das Nachbarland Tschad nach Frankreich ausfliegen wollten. Auch drei Journalisten sowie sieben spanische Mitarbeiter einer Fluggesellschaft sitzen in Haft. Zudem habe Sarkozy eine Einladung an Gaddafi für Dezember bekräftigt, schrieb «Le Parisien». Zuletzt hatte Sarkozy Gaddafi im Juli in Tripolis besucht. Kurz nach der Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern aus libyscher Haft hatten die beiden die Lieferung von Waffen und von einem Atomkraftwerk vereinbart.
Sowohl das Nukleargeschäft als auch die Rolle der damaligen Präsidentengattin Cécilia Sarkozy, die sich in letzter Sekunde in die Verhandlungen über die Freilassung der Bulgarinnen eingeschaltet hatte, wurden von den europäischen Partnern kritisiert.
Libyen war 18 Jahre lang unter anderem wegen des Anschlags auf die Berliner Diskothek «La Belle» 1986 und des Flugzeuganschlags von Lockerbie 1988 international isoliert gewesen. 2004 wurden Sanktionen der USA, EU und Uno nach einer Regelung über Entschädigungszahlungen aufgehoben. (dpa)