«Darfur-Waisen» stammen aus Tschad
30.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
«Arche de Zoé» hatte nach eigenen Angaben zwei Monate eingeplant, um die Kinder auszusuchen, die sie bei französischen Gastfamilien unterbringen wollte. Der Anwalt der Organisation räumte unterdessen ein, dass die Aktion einen «anarchischen Charakter» gehabt habe.
Die EU-Kommission übte unterdessen scharfe Kritik an der Hilfsorganisation. Am Montag hatte bereits der französische Staatschef Nicolas Sarkozy das Vorhaben verurteilt. «Dies ist ein Einzelfall, dies ist das Ergebnis eines inakzeptablen Verhaltens», sagte ein Sprecher der Kommission am Dienstag in Brüssel. Die Hilfsorganisation habe nichts mit der EU-Kommission zu tun.
«Man darf keine Verbindung herstellen zwischen diesem isolierten Vorfall und der riesigen humanitären Anstrengung, die im Osten des Tschad, in Darfur und in der Zentralafrikanischen Republik stattfindet», sagte der Sprecher. «Wir vertrauen darauf, dass die tschadischen Behörden diese ganze Angelegenheit aufklären. Es gibt sehr viele Fragen, die noch beantwortet werden müssen.»
Die EU will ab November eine rund 2500 Mann starke Schutztruppe für Bürgerkriegsflüchtlinge im Tschad einsetzen. Allein Frankreich soll 1500 Soldaten stellen, Irland 350 und Polen 300. Schweden, Belgien, Österreich und Spanien haben kleinere Kontingente zugesagt. Deutschland beteiligt sich nicht an der Truppe. (dpa)

