USA wollen iranische Wirtschaft isolieren
25.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ziel sei, «die Kosten für das unverantwortliche Verhalten des Irans zu erhöhen», sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Donnerstag in Washington. Sie betonte allerdings, dass die USA weiterhin für eine diplomatische Lösung unter Einbindung der internationalen Gemeinschaft im Streit mit dem Iran offen seien. Falls der Iran seine Urananreicherung stoppe, sei sie auch bereit, ihren iranischen Amtskollegen «jederzeit, an jedem Ort» zu treffen und über «jedes Thema» zu diskutieren, sagte Rice.
Es ist das erste Mal, dass die USA Strafmaßnahmen gegen das Militär eines souveränen Staates verhängen. Die Sanktionen ermöglichen das Einfrieren von Guthaben der Revolutionsgarden in den USA und Strafen für Unternehmen, die mit ihnen Geschäfte treiben. «Der Iran nutzt seine weltweiten Finanzverbindungen, um nukleare Ziele zu verfolgen, Interkontinentalraketen zu entwickeln und Terrorismus zu finanzieren», sagte US-Finanzminister Henry Paulson. «Wer Geschäfte mit dem Iran macht, macht höchstwahrscheinlich Geschäfte mit den Revolutionsgarden.»
Rice und Paulson nannten im speziellen drei iranische Staatsbanken, die durch die Sanktionen vom internationalen Finanzsystem isoliert werden sollen. «Sie alle haben die Anstrengungen des Irans bei der Verbreitung (von Massenvernichtungswaffen) oder seine Unterstützung des Terrorismus begünstigt», sagte Paulson.
US-Vizepräsident Richard Cheney hatte erst am Sonntag dem Regime in Teheran mit «ernsthaften Konsequenzen» der internationalen Gemeinschaft gedroht, sollte der Iran sein Atomprogramm fortsetzen. Präsident George W. Bush hatte am Dienstag davor gewarnt, dass der Iran schon vor dem Jahr 2015 eine Interkontinentalrakete entwickeln und damit die USA und ganz Europa bedrohen könnte. (dpa)

