14. Okt 2007 14:35
Laut einem US-Medienbericht hatte ein israelischer Luftangriff auf Syrien im September einen im Bau befindlichen Reaktor zum Ziel.
Ein israelischer Luftangriff in Syrien Anfang September galt einem US-Zeitungsbericht zufolge einem im Bau befindlichen Atomreaktor. Die Anlage entspreche allem Anschein nach einem Modell, das Nordkorea zur Herstellung atomwaffentauglichen Materials verwende, meldete die «New York Times« am Sonntag unter Berufung auf amerikanische und ausländische Regierungsbeamte mit Zugang zu Geheimdienstinformationen. Unklar sei jedoch, wie weit der Bau vor dem Angriff vom 6. September fortgeschritten sei und ob es überhaupt eine Unterstützung Nordkoreas gegeben habe. Es hätte aber noch Jahre gedauert, bis Syrien mit Hilfe dieses Reaktors atomwaffentaugliches Material hätte gewinnen können.Nach Angaben der «New York Times» wollte Israel mit dem Angriff möglicherweise demonstrieren, dass es in einem benachbarten Staat keine Nuklearprojekte dulden werde, selbst wenn sie sich noch in einem sehr frühen Stadium befinden. Im Weißen Haus seien indes die Meinungen über den Nutzen der Attacke geteilt gewesen. Einige ranghohe Regierungsvertreter hätten sie als verfrüht betrachtet, zitiert die Zeitung einen US-Beamten.
Israel hatte erst vor eineinhalb Wochen offiziell zugegeben, dass seine Flugzeuge einen Angriff in Syrien flogen. Was genau bombardiert wurde, wurde allerdings nicht gesagt. Auch die US-Regierung behandelt Informationen über den Vorfall mit größter Geheimhaltung. Spekulationen in US-Medien, das Bombardement stehe mit einer nuklearen Zusammenarbeit zwischen Syrien und Nordkorea in Verbindung, wiesen beide Länder entschieden zurück. Laut des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad handelte es sich bei dem Ziel lediglich um ein nicht mehr benutztes Militärgebäude. (dpa)