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Priester in Argentinien wegen Folter verurteilt

10. Okt 2007 09:28
Die argentinische Opfer-Organisation
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Erstmals hat ein Gericht in Argentinien ein Mitglied der katholischen Kirche für Verbrechen während der Diktatur verurteilt. Die Gerechtigkeit habe gesiegt, jubeln Hinterbliebene der Opfer.

Knapp 34 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist in Argentinien erstmals ein katholischer Priester wegen Menschenrechtsverletzungen während der Gewaltherrschaft zur Rechenschaft gezogen worden. Der deutschstämmige frühere Polizeikaplan Christian Federico von Wernich wurde von einem Gericht in La Plata in der Provinz Buenos Aires am Dienstag zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 69-Jährige während der Militärdiktatur in den Jahren 1976 bis 1983 an der Ermordung von Regimegegnern, an Folter sowie an 42 Entführungen beteiligt war. Bei der Urteilsverkündung brach unter Hunderten von Menschen Jubel aus. Mit Autohupen wurde der Richterspruch begrüßt.

Endlich Gerechtigkeit

«Wir hätten nie gedacht, dass wir das noch erleben», sagte eine Sprecherin der Opferorganisation «Mütter vom Mayo-Platz».«Die Kirche, die uns so viel Schaden zugefügt hat, erfährt endlich Gerechtigkeit», fügte sie hinzu. Der Menschenrechtssekretär der Regierung, Luis Duhalde, sprach von einem «historischen Urteil».

Die Verteidigung hatte bei dem im Juli begonnenen Prozess auf Freispruch plädiert. Wernich beteuerte, er habe lediglich «sakramentale Dienste» geleistet, wurde von Zeugen aber schwer belastet. Unter den Dutzenden von Zeugen waren auch 41 Überlebende der Folterzentren des Regimes. Sie sagten aus, der Angeklagte habe nicht als Priester, sondern wie ein Angehöriger der Foltermannschaften agiert.

Engster Vertrauter von Campos

Wernich war einer der engsten Vertrauten des berüchtigten Ramon Campos. Der 1994 verstorbene Ex-Sicherheitschef von Buenos Aires galt als einer der Hauptverantwortlichen für die Verbrechen während der Militärherrschaft. Der Priester, der die Folter als Methode des Anti-Guerilla-Kampfes öffentlich rechtfertigte, wurde 2003 angeklagt und inhaftiert.

Während der Militärdiktatur verschwanden oder starben schätzungsweise 30.000 Menshen. Die meisten Fälle sind bis heute ungeklärt. Der linksgerichtete argentinische Präsident Nestor Kirchner setzte sich jedoch zuletzt für eine Aufhebung von Amnestie-Regelungen ein, mit denen bisher die Untersuchung und juristische Verfolgung der Menschenrechtsverletzungen verhindert worden waren. (dpa/nz)

 
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