Großbritannien will Truppenstärke weiter reduzieren
Bei einer Serie von Autobombenanschlägen wurden im Irak mindestens 24 Menschen in den Tod gerissen, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Pläne zur Truppenreduzierung seien mit der Regierung in Bagdad besprochen, erklärte Brown. Binnen zwei Monaten sollten irakische Soldaten die Kontrolle über die Sicherheit in der südlichen Provinz Basra übernehmen. Damit sei der Kampfeinsatz der Briten im Irak beendet. Rund 500 Mann sollten außerhalb des Iraks verlegt werden, um die verbleibenden Truppen unter anderem mit Logistik zu unterstützen, sagte Brown weiter. Sie würden vermutlich in Kuwait stationiert, verlautete es in London.
Dem Iran warf Brown erneut vor, Aufständische im Irak mit Waffen zu versorgen. Die Regierung in Teheran unterstütze die Gewalt und den Terrorismus, sagte er. Im Atomstreit mit dem Iran wollte der Regierungschef auch gewaltsame Maßnahmen nicht ausschließen. Es sei durchaus möglich, den Iran mit diplomatischen Mitteln und wenn nötig Sanktionen dazu zu bringen, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Aber «ich schließe nichts aus», sagte Brown.
In der irakischen Stadt Didschla 130 Kilometer nördlich von Bagdad steuerte ein Selbstmordattentäter einen Lkw in eine Polizeiwache, dabei kamen neun Menschen ums Leben. 26 weitere, die meisten von ihnen Zivilpersonen, erlitten nach Polizeiangaben Verletzungen. Bei einem Autobombenanschlag auf einem Markt nahe der Bagdader Universität wurden fünf Zivilpersonen getötet und 15 verletzt. Im Bagdader Stadtteil Sadr City erschossen US-Soldaten fünf mutmaßliche schiitische Extremisten, drei weitere wurden festgenommen.
Der Iran öffnete unterdessen fünf seit dem 24. September geschlossene Grenzübergänge zum Nordirak wieder. Ein Sprecher der kurdischen Regionalregierung äußerte sich erleichtert über den Schritt. Mit der Schließung der Übergänge hatte Teheran gegen die Festnahme eines Iraners durch US-Soldaten in der Stadt Sulaimanija protestiert.
Der Mann war unter dem Verdacht des Waffenschmuggels festgenommen worden. Er ist nach amerikanischen Angaben Mitglied der der iranischen Eliteeinheit Kuds. Irakische und iranische Stellen versichern jedoch, der Festgenommene sei mit Wissen der Regierung in offizieller Mission unterwegs gewesen. Der irakische Außenminister Hoschjar Sebari, selbst Kurde, beklagte in der vergangenen Woche, der Iran bestrafe die Kurdenregion für etwas, wofür die kurdischen Behörden nicht verantwortlich seien. Zwischen dem kurdischen Teil Iraks und dem Iran bestehen rege Handelsbeziehungen. (AP)

