Merkel sichert Liberia mehr Hilfe zu
08.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
In dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land besuchte die Kanzlerin ein Hilfsprojekt des deutschen Entwicklungsministeriums und des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sowie die nationale Polizeiakademie, an der auch fünf deutsche Polizisten liberianische Kollegen ausbilden.
Merkel bedauerte, dass die Eliten Liberias außer Landes seien. Vor allem den jungen Menschen müsse nun eine Perspektive geboten werden, um erneutes Auftreten von Gewalt zu verhindern. In Liberia sind rund 85 Prozent der Bevölkerung arbeitslos.
Mit Blick auf die deutsche Hilfe sagte die Kanzlerin: «Wir werden das jetzt sehr genau verfolgen.» Dann werde sich zeigen, ob eine Veränderung der Hilfe etwa im Bereich Ernährung oder Landwirtschaft möglich sei. Deutschland habe sehr großes Interesse daran, dass Liberia wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt.
Nach einem Treffen mit dem früheren südafrikanischen Präsidenten in Johannesburg zeigte sie sich tief beeindruckt von dessen Persönlichkeit und nannte es einen «sehr bewegenden Moment für mich, Nelson Mandela zu erleben und zu sprechen».
Mandelas Beispiel habe gezeigt, dass Gewaltlosigkeit am Ende der bessere Weg sei. Die Kanzlerin hob erneut die Bedeutung des EU-Afrika-Gipfels im Dezember hervor, des ersten seit sieben Jahren. «Wir wollen mit allen afrikanischen Ländern sprechen. Wo es erforderlich ist, auch kritisch», sagte Merkel mit Blick auf eine mögliche Teilnahme von Präsident Mugabe aus Simbabwe und die von Großbritannien geäußerte Kritik daran. (AP)

