netzeitung.deMerkel sichert Liberia mehr Hilfe zu

 Herausgeber: netzeitung.de

Bundeskanzlerin Merkel mit Kindern in Liberias Hauptstadt Monrovia (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundeskanzlerin Merkel mit Kindern in Liberias Hauptstadt Monrovia
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Bundesregierung will den Wiederaufbau in Liberia stärker unterstützen als bisher. Kanzlerin Merkel forderte zudem die Staatengemeinschaft zu einem Schuldenerlass für das Land auf.

Zum Abschluss ihrer Afrika-Reise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die internationale Gemeinschaft um einen Schuldenerlass für Liberia gebeten und weitere Hilfe Deutschlands für den Wiederaufbau zugesagt. Inzwischen ist Merkel mit dem Luftwaffen-Airbus wieder in Berlin eingetroffen.

Bei ihrem Treffen mit Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hatte Merkel eine Reihe neuer Hilfszusagen für Liberia gemacht, darunter die Aufstockung der Gelder für den Wiederaufbau um vier Millionen Euro für dieses Jahr. Damit erhöht sich die deutsche Hilfe für den Wiederaufbau auf 18,4 Millionen Euro.

In dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land besuchte die Kanzlerin ein Hilfsprojekt des deutschen Entwicklungsministeriums und des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sowie die nationale Polizeiakademie, an der auch fünf deutsche Polizisten liberianische Kollegen ausbilden.

Merkel bedauerte, dass die Eliten Liberias außer Landes seien. Vor allem den jungen Menschen müsse nun eine Perspektive geboten werden, um erneutes Auftreten von Gewalt zu verhindern. In Liberia sind rund 85 Prozent der Bevölkerung arbeitslos.

Mit Blick auf die deutsche Hilfe sagte die Kanzlerin: «Wir werden das jetzt sehr genau verfolgen.» Dann werde sich zeigen, ob eine Veränderung der Hilfe etwa im Bereich Ernährung oder Landwirtschaft möglich sei. Deutschland habe sehr großes Interesse daran, dass Liberia wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt.

300.000 Moskitonetze
Als besonderes Gastgeschenk sagte die Kanzlerin 300.000 Moskitonetze im Kampf gegen die Malaria zu. Zuvor hatte die Bundeskanzlerin Südafrika besucht und dort die Friedensbotschaft von Nelson Mandela in den Mittelpunkt gerückt.

Nach einem Treffen mit dem früheren südafrikanischen Präsidenten in Johannesburg zeigte sie sich tief beeindruckt von dessen Persönlichkeit und nannte es einen «sehr bewegenden Moment für mich, Nelson Mandela zu erleben und zu sprechen».

Mandelas Beispiel habe gezeigt, dass Gewaltlosigkeit am Ende der bessere Weg sei. Die Kanzlerin hob erneut die Bedeutung des EU-Afrika-Gipfels im Dezember hervor, des ersten seit sieben Jahren. «Wir wollen mit allen afrikanischen Ländern sprechen. Wo es erforderlich ist, auch kritisch», sagte Merkel mit Blick auf eine mögliche Teilnahme von Präsident Mugabe aus Simbabwe und die von Großbritannien geäußerte Kritik daran. (AP)