netzeitung.deMerkel von Nelson Mandela beeindruckt

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Nelson Mandela (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nelson Mandela
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Bundeskanzlerin Merkel ist auf ihrer Afrikareise auch mit Nelson Mandela zusammengetroffen. Der Nobelpreisträger machte sich für eine friedliche Konfliktlösung in Afrika stark.

Am zweiten Tag ihres Besuchs in Johannesburg ist Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstagvormittag mit Nelson Mandela zusammengetroffen. Merkel sprach anschließend von einem «sehr bewegenden Moment für mich» den früheren südafrikanischen Präsidenten «zu erleben und zu sprechen». Sie zeigte sich tief beeindruckt von der Persönlichkeit Mandelas, dem Symbol für die Überwindung der Apartheid in seinem Land. Mandela habe eine große Botschaft, sagte Merkel: «Wir brauchen Frieden auf der Welt, und insbesondere die Konflikte in Afrika müssen friedlich gelöst werden.»

Sein eigenes Beispiel habe gezeigt, dass Gewaltlosigkeit am Ende der bessere Weg sei. Diese Botschaft sollte sich die Welt zu Herzen nehmen, betonte die Kanzlerin. Der Friedensnobelpreisträger bekräftigte bei dem Treffen, dass Konflikte nur mit friedlichen Mitteln beigelegt werden könnten. Dabei verwies er etwa auf Syrien, den Sudan und Somalia, wie aus Delegationskreisen verlautete. Merkel traf Mandela im Haus der nach ihm benannten Stiftung in Johannesburg.

Der 89-Jährige wirklich schwächlich, ging am Stock und wurde dabei von seiner Frau Graca Machel gestützt. Beim Fototermin mit Merkel scherzte er mit den beide Politiker umringenden Journalisten, gab aber keine offizielle Erklärung ab. Die Nelson-Mandela-Stiftung finanziert viele Aids-Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Südafrika. Bei ihrem Aufbau leistete auch die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) Unterstützung. Mandela vertrat gegenüber Merkel zum Thema Aids eine klare Auffassung: Es handele sich um ein Problem für die ganze Menschheit, das nur in internationaler Zusammenarbeit gelöst werden könne und nicht verharmlost werden dürfe.

Merkel reiste anschließend nach Kapstadt weiter, wo Besuche eines Umwelt- und eines Aids-Projekts auf dem Programm standen. Außerdem wollte die Kanzlerin Vertreter der Zivilgesellschaft sowie Kommunalpolitiker treffen, darunter die Kapstädter Bürgermeisterin Helen Zille. Die Großnichte des Berliner Zeichners und Schriftstellers Heinrich Zille ist Vorsitzende der Demokratischen Allianz. Diese von Weißen dominierte liberale Partei hat in Kapstadt ihre Hochburg. Im nationalen Parlament steht sie in Opposition zum Afrikanischen Nationalkongress (ANC) von Präsident Thabo Mbeki.

Letzteren traf Merkel am Freitag und erörterte mit ihm unter anderem auch die angespannte Lage in Simbabwe. Die Kanzlerin bezeichnete diese als desaströs, was ihr herbe Kritik der simbabwischen Regierung eintrug. Es stehe Deutschland nicht zu, ein solches Urteil über ein afrikanisches Land zu fällen, erklärte Informationsminister George Charamba laut einem Bericht der staatlichen Zeitung «Herald».

Das in Harare erscheinende Blatt hatte zudem Spott dafür übrig, dass Merkel bei ihrem Gespräch mit Mbeki offenbar Bereitschaft zeigte, gewisse Fortschritte der südafrikanischen Vermittlungsbemühungen im Nachbarland anzuerkennen. Man habe von Merkel eine weitaus härtere Linie erwartet, hieß es, aber nach dem Treffen mit Mbeki habe sie «von einem anderen Notenblatt abgesungen». (AP)