netzeitung.deMachthaber in Birma will Suu Kyi treffen

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Friedens-Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Friedens-Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der birmanische Junta-General Than Shwe ist bereit zu einem Gespräch mit der unter Hausarrest stehenden Oppositionschefin. Allerdings müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden.

Der birmanische Militärmachthaber Than Shwe hat sich erstmals zu direkten Gesprächen mit Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bereiterklärt, dafür allerdings Bedingungen gestellt. Suu Kyi habe zur Konfrontation und zur völligen Verwüstung Birmas aufgerufen und internationale Sanktionen gefordert, wurde Than Shwe am Donnerstag in staatlichen Medien zitiert. Wenn sie diese Haltung aufgebe, werde er persönlich mit ihr reden.

Den Berichten zufolge äußerte sich der General dem entsprechend gegenüber dem UN-Gesandten Ibrahim Gambari. Die Bedingungen sind nicht neu. Gleichwohl werteten es Beobachter als Zeichen einer gewissen Flexibilität des Militärregimes, dass ein Treffen mit Suu Kyi überhaupt erwähnt wurde. In Birma heißt es allgemein, dass Than Shwe die Oppositionsführerin nicht ausstehen könne und allein schon auf Nennung ihres Namens verärgert reagiere.

Die Nobelpreisträgerin steht weiterhin bewacht von hunderten Polizisten unter Hausarrest. Auf dem See in der Nähe ihres Hauses patrouillieren Boote. Gambari sollte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon noch am Donnerstag über die Lage in Birma unterrichten und dann auch mit dem Weltsicherheitsrat zusammentreffen. Ban erklärte, die Reise seines Gesandten in das südostasiatische Land könne sicherlich nicht als Erfolg gewertet werden.

China lobt
China lobte das Treffen Gambaris mit Than Shwe indessen als «positiven Schritt». Die staatlichen Medien Birmas räumten derweil ein, dass während der jüngsten Razzien gegen Aktivisten der Demokratiebewegung 2.093 Menschen festgenommen worden seien. 692 seien wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der französische Botschafter in Rangun, Jean-Pierre Lafosse, hatte zuvor bereits von tausenden Festnahmen während der vergangenen Tage gesprochen. Die Zahl der Toten infolge der jüngsten Unruhen wurde weiterhin offiziell mit zehn angegeben. Dissidenten gehen jedoch von bis zu 200 Toten aus.

Unter den anerkannten Opfern befindet sich auch der japanische Bildjournalist Kenji Nagai, dessen Leichnam am Donnerstag nach Tokio übergeführt wurde. Japan hat in Rangun gegen die Schüsse auf Nagai protestiert. Die Regierung in Tokio erklärte, sie erwäge eine Kürzung ihrer Auslandshilfe für Birma. Die Militärjunta verteidigte ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung erneut. Propaganda-Schlagzeilen wie «Wir sind für Stabilität. Wir sind für Frieden» bestimmten am Donnerstag das Bild der staatlich gelenkten Zeitungen. Kritiker aus dem Ausland wurden als «Lügner» beschimpft. (AP)