netzeitung.deNord- und Südkorea schließen Frieden

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Große Fortschritte hat der Gipfel zwischen Nord- und Südkorea gebracht. Die beiden Länder wollen künftig zusammenarbeiten - auch um langfristig über eine Wiedervereinigung zu verhandeln.

Süd- und Nordkorea haben das zweite Gipfeltreffen in ihrer Geschichte mit einer zukunftsweisenden Erklärung über Frieden und Zusammenarbeit beendet. Beide Seiten seien sich darin einig, die noch gültige Waffenstillstandsregelung für die geteilte koreanische Halbinsel durch eine dauerhafte Friedensordnung zu ersetzen, hieß es am Donnerstag in Pjöngjang. Zudem bekräftigten beide Staatschefs die Absicht, zur Schaffung einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel zusammenzuarbeiten. Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun bekräftigte nach seinem dreitägigen Besuch in Pjöngjang sein positives Fazit der Gespräche mit Nordkoreas Militärmachthaber Kim Jong Il vom Vortag.

«Süd- und Nordkorea werden eng kooperieren, um militärische Feindseligkeiten zu beenden, Spannungen zu verringern und den Frieden auf der koreanischen Halbinsel sicherzustellen», hieß es in der Abschlusserklärung, die von Roh und Kim unterzeichnet wurde. Künftig sollen möglichst regelmäßig Gipfeltreffen beider Länder stattfinden. Kim habe jedoch den Vorschlag eines Gegenbesuchs in Südkorea abgelehnt, sagte Roh. Kim wolle damit «bis zu einem angemessenen Zeitpunkt» warten.

Beide Seiten wollen sich dem Dokument zufolge um eine neue Runde multilateraler Gespräche mit den betroffenen Mächten bemühen, um einen Friedensvertrag auszuhandeln. Süd- und Nordkorea befinden sich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) völkerrechtlich noch im Kriegszustand. Ende der 90er Jahre waren Gespräche über eine neue Friedensregelung für die seit mehr als 60 Jahren geteilte Halbinsel zwischen Nordkorea und China auf der einen und Südkorea und den USA auf der anderen Seite ohne greifbares Ergebnis geblieben.

Bush stellt Bedingungen für Friedensvertrag
US-Präsident George W. Bush hat Nordkorea bereits einen Friedensvertrag in Aussicht gestellt - allerdings unter der Voraussetzung, dass das kommunistische Land sein Atomwaffenprogramm beende. Am Mittwoch wurde im Rahmen der sogenannten Sechs-Länder- Gespräche ein Aktionsplan veröffentlicht, der die dauerhafte Stilllegung der nordkoreanischen Atomanlagen bis Jahresende vorsieht.

Kim Jong Il hatte Roh am Dienstag in Pjöngjang per Handschlag und mit militärischen Ehren empfangen. In einer symbolträchtigen Geste hatte Roh zuvor als erstes Staatsoberhaupt Südkoreas die militärische Demarkationslinie zu Fuß überschritten.

«Meine Reise nach Nordkorea war sehr zufriedenstellend», sagte Roh. Er hob dabei besonders die Bekräftigung Kims zur nuklearen Abrüstung hervor. Der Gipfel werde deshalb auch den Sechser-Gespräche weiterhelfen. Bereits am Mittwoch hatte sich Roh, der nur noch bis Ende Februar im Amt ist, zufrieden zu seinen Gesprächen in Pjöngjang geäußert. Allerdings hatte er zugleich eingeräumt, dass noch eine «Mauer des Misstrauens» zwischen beiden Seiten existiere.

Um die wirtschaftliche Kooperation auszubauen, soll nach jahrzehntelanger Unterbrechung auch wieder der Güterfrachtverkehr auf den wiederhergestellten Eisenbahnverbindungen über die Grenze aufgenommen werden. An der Westküste der Halbinsel soll eine Sonderzone für Frieden und Kooperation eingerichtet und das Besucherprogramm für getrennte Familien erweitert werden. Für November sind jeweils Treffen der Ministerpräsidenten und der Verteidigungsminister geplant, um die Umsetzung der Vorhaben zu besprechen. (dpa)