Nord- und Südkorea schließen Frieden
Beide Seiten wollen sich dem Dokument zufolge um eine neue Runde multilateraler Gespräche mit den betroffenen Mächten bemühen, um einen Friedensvertrag auszuhandeln. Süd- und Nordkorea befinden sich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) völkerrechtlich noch im Kriegszustand. Ende der 90er Jahre waren Gespräche über eine neue Friedensregelung für die seit mehr als 60 Jahren geteilte Halbinsel zwischen Nordkorea und China auf der einen und Südkorea und den USA auf der anderen Seite ohne greifbares Ergebnis geblieben.
Kim Jong Il hatte Roh am Dienstag in Pjöngjang per Handschlag und mit militärischen Ehren empfangen. In einer symbolträchtigen Geste hatte Roh zuvor als erstes Staatsoberhaupt Südkoreas die militärische Demarkationslinie zu Fuß überschritten.
«Meine Reise nach Nordkorea war sehr zufriedenstellend», sagte Roh. Er hob dabei besonders die Bekräftigung Kims zur nuklearen Abrüstung hervor. Der Gipfel werde deshalb auch den Sechser-Gespräche weiterhelfen. Bereits am Mittwoch hatte sich Roh, der nur noch bis Ende Februar im Amt ist, zufrieden zu seinen Gesprächen in Pjöngjang geäußert. Allerdings hatte er zugleich eingeräumt, dass noch eine «Mauer des Misstrauens» zwischen beiden Seiten existiere.
Um die wirtschaftliche Kooperation auszubauen, soll nach jahrzehntelanger Unterbrechung auch wieder der Güterfrachtverkehr auf den wiederhergestellten Eisenbahnverbindungen über die Grenze aufgenommen werden. An der Westküste der Halbinsel soll eine Sonderzone für Frieden und Kooperation eingerichtet und das Besucherprogramm für getrennte Familien erweitert werden. Für November sind jeweils Treffen der Ministerpräsidenten und der Verteidigungsminister geplant, um die Umsetzung der Vorhaben zu besprechen. (dpa)

